Viridescence



 

 Sometimes...

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04.03.18 8:19

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Alter : 25 Jahre
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CHARAKTERBESCHREIBUNG

Name: Taréy
Alter: 17
Größe: 1,79
Besondere Merkmale:
• gebildete Sprache
• freundliche, einnehmende Art
• Gedächtnisverlust (liegt etwas mehr als 1 Jahr zurück)
• sieht in jedem das Gute
• bindet sich die Haare des öfteren zu einem 'Zopf' hoch
• wissbegierig; allerdings ohne als Streber angesehen zu werden; er schafft es sein Wissen an andere Leute zu vermitteln, ohne, dass sich diese ungebildet fühlen
Augenfarbe: moosgrün; allerdings eher dunkel, mit helleren Tupfen um die Pupillen; wenn diese sehr klein sind kann man einen goldenen Ring erahnen

Anime-Person: Akiyama Himori

Spoiler:
 
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04.03.18 8:20

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Alter : 27 Jahre
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Name: Rakocz
Alter: 17
Größe: 1,62
Besondere Merkmale:
• zierlich & nicht besonders sportlich
• trägt häufig eine Art 'Schleife' in den Haaren 
• sehr feines Gesicht
• trägt häufig ein schwarzes Halsband mit goldenem Anhänger
• Augenfarbe: sehr helles blau

Sonstiges:
• Eltern getrennt --> lebt bei Mutter
• erst vor zwei Wochen in die Stadt gezogen
• im Moment Leben noch eher provisorisch als wirklich organisiert & ordentlich
• sehr gutes Sprachgefühl, dafür aber in Mathe & Physik nicht so gut

Anime-Person: Mikazuli Munechika

Spoiler:
 

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04.03.18 8:23

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Stumm und wohl ziemlich unauffällig zog sich der Neuling um, inmitten der vielen anderen Jungen seines Jahrgangs. Nicht nur, dass er neu war, nein, der Tag musste natürlich auch noch mit dem Fach beginnen, in dem er sich von seiner 'besten Seite' zeigen konnte. Wobei vermutlich ohnehin kaum einer auf ihn achten würde, zumindest würde er sich nicht in den Vordergrund drängen. - Und es schien zu helfen, von den meisten wurde er wohlweißlich ignoriert oder schlicht und einfach nicht beachtet. Nur ab und zu spürte er einen neugierigen Blick auf sich, doch angesprochen hatte ihn bisher noch niemand. 
Doch auch, wenn Rakocz sich nicht selbst an den Gesprächen beteiligte, so lauschte er doch auf die Gesprächsfetzen, die er zwischen dem Stimmengewirr herausfiltern konnte. - und diese Satzteile vernichteten seine Hoffnung auf die Möglichkeit, einen einigermaßen positiven Eindruck zu hinterlassen. Zumindest nach den Anderen würden sie Turnen, wenn der Lehrer sein 'Versprechen' wahr machen würde, das er wohl letzte Stunde ausgesprochen hatte. 
Mit einem Seufzen ließ sich der inzwischen umgezogene auf das Stück Bank setzen, das neben seinen Sachen frei geblieben war, betrachtete neugierig die Anderen. Auch sie waren zum größten Teil schon fertig... und schließlich wurden sie allesamt in die Halle gerufen, in der sie sich recht nah am Eingang versammelten. 
... das würde heiter werden...

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04.03.18 8:26

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NEW FACE, NEW ADVENTURE?


Die erste Schulwoche nach den Sommerferien lief eigentlich immer gleich ab: Fünf sinnlose Tage, die die Schüler in der Schule verbringen mussten, weil die Lehrer organisatorische Dinge zu erledigen hatten. Die meisten seiner Mitschüler waren froh darum, dass sie langsam und allmählich in den Schulalltag zurückkehren konnten, doch Taréy sah das nicht so. Zwar wollte er auch nicht gleich irgendwelche Vokabeln lernen in der ersten Woche, doch das sinnlose Rumsitzen im Klassenzimmer mit aufgedrehten Mitschülern, die sich gegenseitig von ihren tollen Ferien berichteten, war ihm unter keinen Umständen lieber. Er saß lieber in einer etwas stilleren Ecke und sah aus dem Fenster, ließ seine Gedanken schweifen. Zwar war dies seinen Mitschülern und auch seinen Freunden anfangs ein Rätsel, doch irgendwann hatten sie es einfach akzeptiert und ihm seinen 'Rückzugsort' gelassen. Niemand kam zu ihm um ihn irgendetwas bezüglich seiner Ferien zu fragen. Sie hatten anscheinend verstanden, dass er darauf nicht gut zu sprechen war.
So langweilig die erste Schulwoche auch war, die zweite war dann schon besser. Jede Klasse bekam einen provisorischen Stundenplan und der normale Unterricht begann langsam wieder. Taréy ging gern zur Schule. Zwar mochte er das Lernen auf einen Test genau so wenig, wie die meisten anderen Schüler, doch das Gefühl, das er immer besaß, wenn er schlussendlich etwas beherrschte, das mochte er sehr wohl.

Nach einer entspannten Englischstunde machte sich Taréy auf den Weg zur Turnhalle. Der Junge mochte Turnen. Eigentlich mochte er generell jede sportliche Aktivität - wobei ihm Ballspiele nicht ganz so gut gefielen. Viel eher interessierten ihn Sportarten und Spiele, bei denen Koordination, auch Stärke und Beweglichkeit, gefragt war. Beispielsweise Parkour. Es gab nicht viele in seiner Klasse, die in dieser Kategorie mit ihm mithalten konnten. Doch es gab einige, die seine leichtfüßige und doch kraftvollen Bewegungen neidisch verfolgten, wennimmer er einen aufgebauten Parkour meisterte.
Auch jetzt freute er sich auf die bevorstehende Turnstunde. Vor einiger Zeit hatte ihr Lehrer nämlich erwähnt, dass sie dieses Jahr mit Geräteturnen beginnen würden. Einige weniger sportliche Jungen hatten schon bei der Vorstellung daran aufgestöhnt, doch Taréy hatte diese Aussage in Euphorie versetzt.

Gut gelaunt zog sich Taréy um, streifte die anderen mit seinem Blick um herauszufinden, wer sich heute schon wieder einmal vor dem Turnunterricht drücken wollte und gar nicht erst erschienen war. Komischerweise waren sogar alle anwesend. Auch ein kleiner, schmächtig aussehender Junge, den er nicht kannte. Heute in der ersten Stunde war er in ihrer Klasse erschienen und die Englischlehrerin - und gleichzeitig ihre Klassenvorständin - hatte mitgeteilt, dass der Junge ab heute ebenfalls in ihre Klasse gehen würde. Eigentlich hatte Taréy vorgehabt ihn in der Pause anzusprechen, etwas über ihn zu erfahren und ihm eventuell seine Hilfe anzubieten falls er sie wollte. Nicht immer war Taréy so hilfsbereit, doch der Junge mit Namen Rakozc hatte eine Ausstrahlung, die einen Hauch von Hilflosigkeit und Unsicherheit an sich hatte. Er wurde sich immer sicherer, dass die anderen dies nicht wirklich mitbekommen hatten - oder es ihnen egal war - denn niemand war zu Rakozc gekommen und hatte ihm Hilfe angeboten. Zumindest hatte Taréy den Eindruck, dass die anderen den Neuen irgendwie ignorierten, denn dieser hatte sich unscheinbar in eine Ecke verkrümelt.
Auch jetzt in der Turnhalle war er wieder alleine, betrachtete seine neuen Mitschüler und seine Umgebung mit gewissem Argwohn, bei dem Taréy sich nicht sicher war wem er galt, den Schülern oder dem kommenden Unterricht. Erneut wollte Taréy zu ihm hinüberschlendern, als der Lehrer zu sprechen begann und die Schüler aufforderte 'ihre Münder zu schließen und ihre überschüssige Energie doch für den kommenden Unterricht aufzusparen'. Versuch Nummer zwei mit dem Neuen zu sprechen: gescheitert.
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04.03.18 8:32

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Irgendwie war es ein seltsames Gefühl, sich so völlig unbehelligt inmitten von Fremden aufzuhalten. Noch nicht einmal die Lehrer - seine Klassenlehrerin ausgenommen - bemerkten, dass er neu war. Allerdings konnte Rakocz es den Lehrern noch nicht einmal sonderlich verübeln, war es doch nicht gerade normal, dass er erst zwei Wochen nach Schulbeginn hier auftauchte. Auch seinen neuen Mitschülern konnte und wollte er keinen Vorwurf machen, auch, wenn es sehr ungewohnt war, noch nicht einmal die Namen der Menschen zu kennen, mit denen er in nächster Zeit viel zu tun haben würde.
So ganz eingelebt hatte er sich auch noch nicht, wohnte noch nicht einmal eine ganze Woche hier in dieser Gegend. In seinem Zimmer stand bisher eigentlich nur sein Bett, auch sein Kleiderschrank und der Schrank für allerlei Krimskrams standen schon. Dennoch lebte er eher aus Kartons als aus seinen Schränken. Sein Fußboden war übersät von diesen Umzugskartons, einzig und allein ein direkter Weg zu seinem Bett war frei geblieben.
Weshalb seine Mutter den Umzug so schlecht getimed hatte, wusste er nicht... und sie selbst scheinbar auch nicht, schließlich hatte sie sich erst an diesem Morgen für ihren Fehler entschuldigt, wegen dem er zwei Wochen Schulstoff verpasst hatte. Und auch, wenn zuhause die Stimmung nicht wirklich angenehm war, eben weil sie sich noch nicht eingelebt hatten, konnte er ihr nicht wirklich böse sein. Sie beide hatten eine schwere Zeit hinter sich, die Trennung von seinem Vater hatte ihm und seiner Mutter einiges an Kraft gekostet.
Außerdem hatte er festgestellt, dass in diesen zwei Wochen noch nicht besonders viel verlangt worden war. Trotz allem musste er alles nachholen, was auf die Masse der Fächer betrachtet doch einiges war.
Eigentlich war Sport eine willkommene Abwechslung, wenn er es sich recht überlegte. Bewegung anstatt stumm auf seinem Platz zu verharren, Leistung aber nicht so viel Konzentration und Merkfähigkeit... und besonders wichtig: hier musste er nichts aufschreiben und, zumindest schien es so, noch nicht einmal großartig etwas nachholen.

Mit einem Blinzeln verscheuchte Rakocz die Gedanken, richtete die hellen, blauen Augen stattdessen auf den Lehrer, der gerade wirkungsvoll das Geplapper der neuen Klassenkameraden stoppte. Auch, wenn der Lehrer auf Rakocz eindeutig sympatisch wirkte, musste er dennoch eine gewisse Strenge besitzen, so, wie die Anderen auf ihn reagierten.
Jetzt teilte er ihnen jedenfalls die erste Aufgabe mit: Aufbauen. Stufenbarren, Reck, normalen Barren... alles, was ein Turnerherz so begehrte. Bodenmatten durften natürlich auch nicht fehlen! ... wenn er doch nur wüsste, wie er beim Aufbauen helfen konnte! Er kannte sich hier nicht aus, wusste weder, wo sich die Geräte befanden, noch, wo er sich 'verstecken' konnte, um erst einmal alles zu beobachten, die Gewohnheiten der Anderen zu erkennen. Wie gingen sie miteinander um, wer war mit wem befreundet, mit wem sollte man es sich besser nicht verscherzen... und, besonders wichtig: wer wirkte so freundlich und hilfsbereit, dass er nach dem Unterrichtsmaterial der vergangenen zwei Wochen fragen konnte, ohne blöde Fragen gestellt zu bekommen?
In der Englischstunde hatte er sich diese Fragen jedenfalls noch nicht beantworten können, was wohl kein Wunder war, schließlich hatten sie die ganze Zeit mehr oder weniger still auf ihren Plätzen gesessen.

Ziemlich verloren ob des Problems des Nicht-Auskennens trottete Rakocz der Schülerschar hinterher, die sich in Bewegung gesetzt hatte. Ehrlich gesagt.. wäre er tatsächlich lieber allein, würde sich gern einfach in aller Ruhe einleben, um nicht mit so viel Neuem konfrontiert zu werden. Doch dafür war es jetzt zu spät, er würde damit leben und das beste daraus machen müssen.
Und eigentlich war es gar nicht so schlecht, wenn ihn der Rest in Ruhe ließ..

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04.03.18 8:34

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TO EVERY THING ITS SEASON.


Voller Eifer beeilte sich Taréy die benötigten Geräte aufzubauen. Da alle gewissenhaft mithalfen war dies schnell geschehen und die Turnstunde konnte beginnen. Zwar war nicht jeder so begeistert über Geräteturnen wie er es war, doch das störte Taréy nicht.
Mit demonstrativer Coolness vollführte er Saltos beim Trampolin und zog die Blicke auf sich, als er Flick-Flacks am Boden turnte. Nur beim Reck und dem Barren hielt er sich zurück, tat nur das, was der Lehrer von ihnen allen verlangte. Reck und Barren langweilten Taréy irgendwie. Und außerdem fand er es nicht so verlockend sich die Eier eventuell abzuklemmen, wenn er am Reck eine Übung names 'Mühle' ausführen sollte.

Nach den zwei Unterrichtsstunden machten sich alle daran sich umzuziehen. Einige wenige gingen noch duschen, in einen an die Umkleideräume angrenzenden Raum, doch Taréy hatte wenig Lust sich vor seinen Klassenkameraden zu entblößen. Das wäre ihm viel zu peinlich. Also begnügte er sich damit sein Gesicht und seinen Oberkörper notdürftig mit einen nassen Lappen zu säubern. Immerhin war er damit nicht mehr ganz so verschwitzt wie zuvor und das Wasser kühlte seinen erhitzten Körper etwas ab. Zufrieden seufzend schlüpfte Taréy in sein dunkelblaues Hemd und knöpfte es zu. Die obersten Knöpfe ließ er allerdings bewusst offen, immerhin wollte er nicht sein gutes Aussehen zunichte machen, indem ihn seine Kleidung steif wirken ließ.

Taréy machte sich zum Pausenhof auf, als er all seine Sachen wieder in seine Tasche gepackt hatte. Er freute sich darauf im Schatten unter seinem Lieblingsbaum im großen Schulhof zu sitzen und die Pause zu genießen. Zwar könnte er sich genauso gut zu seinen Freunden setzen, doch deren Geplapper und Gespräche über Mädchen wollte er sich nicht antun. Lieber wandte er sich seinen Gedanken und der Ruhe zu, die 'sein' Baum ihm ermöglichte. Es war seltsam, dass nur Taréy diesen Baum so mochte und es war ihm auch unerklärlich, dass niemand anderer sich unter sein Schatten spendendes Laubdach setzte, doch vielleicht war ihnen allen der Weg auch einfach zu weit. Dieser Baum stand nämlich so gut wie im hintersten Eck des Schulgeländes und es gingen schon mal mindestens drei Minuten der wertvollen Pause drauf um überhaupt dorthin zu gelangen. Vielleicht wollte einfach niemand diese Zeit verlieren, indem er zu dem Baum hin ging. Immerhin standen noch einige andere Bäume auf dem Schulgelände, warum also den wählen, der am weitesten entfernt stand?
Doch an diesem Tag saß dort sehr wohl jemand. Und der Anblick dieses Jemand erfreute Taréy ganz und gar nicht. Er stieß ein genervtes Brummen aus, als Finn ihm ein bewusst anzügliches Grinsen schenkte. Schon seit dem letzten Schuljahr ging ihm Finn am meisten von allen auf die Nerven. Er konnte ein klares 'Nein' einfach nicht als Antwort akzeptieren. Immer wieder versuchte er sich an Taréy ranzumachen und wurde auch immer wieder abgewiesen. Zwar sah er nicht einmal schlecht aus - blonde etwas kürzere Haare, als seine eigenen, ebenfalls grüne Augen und sein Körper konnte sich auch sehen lassen - doch Taréy war einfach nicht interessiert. Ohne ein Wort drehte sich Taréy um und strafte Finn mit Ignoranz. Er hatte keine Lust mal wieder seine ganze Pause damit zu verbringen dem anderen zu sagen, dass er sich nicht umentscheiden würde und Finn es einfach unterlassen sollte ihm immer wieder 'aufzulauern'.

Also würde er heute die Pause wohl doch mit seinen Freunden verbringen. Wenn das so weiter ging würde er heute Abend nur noch müde ins Bett fallen. Und das, obwohl er so viel besseres zu tun hatte.
Schon aus 10 Metern Entfernung konnte Taréy das Lachen von Theo, Keyla, Lyon, Yaku, Aylin und Darian hören, die sich anscheinend sehr amüsierten. Über was war sich Taréy nicht sicher. Als jedoch ein geschockter Ausdruck auf deren Gesichter erschien, wurde der Junge aufmerksam. Was genau machten sie da eigentlich? Und was war das für ein schwarzes Ding in Yakus Hand? Seine Fragen wurden beantwortet, als dieser ihm gleich darauf etwas zubrüllte:

"Taréy, fang den Hubschrauber auf! Fang ihn auf!"

Was der Junge im ersten Moment nicht wirklich verstand, wurde ihm bewusst, als er einen dunklen Gegenstand vom Himmel herabtrudeln sah. Der eben genannte Modellhubschrauber. Ohne weiter darüber nachzudenken hastete Taréy die paar Schritte zur Seite und sprang hoch, um das abstürzende Ding davor zu bewahren am Boden aufzuschlagen und sich in 100 Teile aufzulösen. Es war zwar nur Gras, das den Boden bedeckte und nicht etwa Beton, doch auch Gras konnte gefährlich sein, wenn ein fragil gebauter Hubschrauber aus 20 Metern höhe darauf aufschlug. Die Chance, dass das Spielzeug den Sturz überleben würde war größer, wenn Taréy es auffing.
Jubel brach aus, als der Junge den Hubschrauber im Sprung in die Finger bekam und ein Grinsen schlich sich auf sein Gesicht. Seine Sportlichkeit bewies wieder einmal ihren Nutzen. Doch als er, kaum war er wieder am Boden und wollte seine Geschwindigkeit abbremsen, über eine Tasche stolperte und gleich darauf auf einem Körper landete, wurde sein Grinsen von einem fragenden Ausdruck abgelöst. Was war denn jetzt passiert? Innerhalb ein paar Sekunden war er von der Luft am Boden gelandet. Mit einer Hand hatte er sich intuitiv notdürftig am Boden angestützt, um den Körper, über den er gestolpert war nicht unter sich zu erdrücken. Irritiert betrachtete er den Jungen unter sich und auf den ersten Blick konnte er nicht sagen, wer genau es war. Dann jedoch fiel ihm ein, woher er ihn kannte. Es war der neue Schüler, der in seine Klasse ging. Und den er schon seit der ersten Stunde kennen lernen wollte. Allerdings hatte Taréy sich ihr Kennenlernen etwas anders vorgestellt.
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04.03.18 8:38

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Sonst hatte Rakocz immer das Gefühl, dass die Sportstunden die Stunden an einem Unterrichtstag waren, die besonders schnell vorbei waren - doch heute war das genaue Gegenteil der Fall. Diese Sportstunden zogen sich endlos, ganz im Gegensatz zu der Englischdoppelstunde, die sie zuvor gehabt hatten. Rakocz hatte festgestellt, dass er mit dem Niveau der Anderen ganz gut mithalten konnte, dass es im Großen und Ganzen nicht anders ablief als in der alten Schule und dass er die Lehrerin zumindest in diesen ersten zwei Stunden sehr sympathisch gefunden hatte.

Wie erwartet hatte er sich nicht besonders gut angestellt, hatte so manches Mal das Gefühl, dass ihn die anderen auslachten, doch sicher war er sich nicht, schien es doch nicht so, als würden sie ihn direkt beobachten. Dennoch war es seltsam, dass sie häufig dann tuschelten und kicherten - denn ja, Kerle konnten das ebenso wie Mädchen! - wenn eine Übung besonders schief gelaufen war. Oft hatte er bewundernd einem Jungen zugesehen, dem die Übungen mehr als nur leicht zu fallen schien. Es war schon fast anmutig, wie er sich bewegte, jederzeit irgendwie genau die richtige Körperspannung hatte und die richtige Menge an Kraft aufwendete. Ehrlich gesagt... faszinierte es ihn sogar, wie gut dieser ungeliebte Sport doch an anderen Jungen aussehen konnte.
Ziemlich verschwitzt verließ Rakocz schließlich die Umkleidekabine. Im Gegensatz zu den meisten anderen hatte er vergessen, sich einen Lappen mitzubringen, hatte sich nur notdürftig mit seinem verschwitzten Shirt abgewischt - doch wirklich etwas gebracht hatte es nicht. Allerdings hatte er auch nicht den Mut aufbringen können, einen der anderen Kerle zu fragen... es hätte wohl auch wirklich sehr seltsam gewirkt...

Jetzt jedenfalls saß er hier, auf einem Stückchen Gras, die Schultasche neben sich abgestellt. Es war seltsam, dass diese Schule mitten auf dem Hof eine kleine Wiesenfläche ihr Eigen nennen konnte, doch für den zierlichen Jungen war es von Vorteil, hatte er hier doch einen Platz gefunden, den kein anderer in Anspruch nehmen wollte, zumindest hatte es bisher nicht so gewirkt.
Wieder beobachtete Rakocz neugierig und auch ein wenig nachdenklich die vielen neuen, unbekannten Gesichter um ihn herum. Manche lachten, manche schimpften, wieder andere aßen und nochmal andere spielten Hüpf- oder Ballspiele.

Mit einem Mal spürte er, wie etwas - jemand?! - auf ihm landete. Ziemlich unsanft, zumindest für ihn. Perplex blinzelte er, versuchte, die neue Situation zu verstehen, denn jetzt saß er nicht mehr - nein, er lag! ... unter dem Jungen, der zuvor in Sport eine solch gute Figur abgegeben hatte!
Überfordert öffnete und schloss sich der Mund des Blauäugigen, die Verblüffung und die Verwirrung stand ihm ziemlich sicher zu Gesicht geschrieben, war es doch eine sehr ungewöhnliche Weise, zum ersten Mal mit einem Mitschüler in Kontakt zu kommen.
"... hey?", brachte Rakocz nun endlich heraus, unsicherer, als es hatte klingen sollen - und viel zu wenig empört, wenn man die Tatsache bedachte, dass er hier unter einem anderen Kerl begraben lag, der keine Anstalten machte, sich von ihm zu lösen; von der Hand, die das Körpergewicht des Fremden von ihm abhielt, mal abgesehen.
Vorsichtig rührte sich der Blauäugige schließlich - bis er merkte, dass er dem Fremden damit das lässig geknöpfte - oder eben oben nicht geknöpfte - Hemd nach oben schob, damit Haut freilegte, die er schließlich an seiner eigenen spüren konnte, hatte sich doch durch das plötzliche nach hinten kippen auch sein Shirt verschoben. Es war ein unsicheres, fast schon zittriges Ausatmen, das Rakocz entwich, als er jegliche Befreiungsversuche einstellte, einfach abwartete, was der Fremde tun oder eben nicht tun würde.
Eigentlich... konnte er gut darauf verzichten, gleich am ersten Schultag als 'gay' abgestempelt zu werden...

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04.03.18 8:41

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SOME WELL-INTENTIONED ATTEMPTS
LEAD TO THE OPPOSITE RESULT.


Eingehend wurde der Junge unter ihm gemustert. Eigentlich dauerte dies vielleicht zwei Sekunden, in denen Taréy sich von dem Schock des Falls wieder erholt hatte, doch ihm kam es um einiges länger vor. Mit einem Mal verstand er das Klischee, das oftmals in Filmen so überspitzt dargestellt wurde. Die Zeit um einen herum blieb stehen und jede Sekunde wirkte wie zehn. Man hatte nur noch Augen für denjenigen, der vor einem stand, sah in dessen Seelenspiegel und erblickte in ihnen die unendliche Liebe, die man selbst ebenfalls für den anderen spürte.
Ja, genau das fühlte Taréy in diesem Augenblick.
Abgesehen von der Liebe.
Fasziniert betrachtete der Junge den unter ihm Liegenden. Dessen Augen, den Mund, im Grunde einfach das ganze Gesicht. Doch dann kam aus dessen Mund ein erstauntes und gleichzeitig auch ein unsicheres 'Hey?' und Taréy musste den Blick abwenden, um nicht loszukichern. Er hätte so ziemlich alles erwartet. Von Klagen über Verletzungen über wütend ausgestoßene Beschimpfungen bis hin zu empörten Drohungen. Er hätte es sogar verstanden, wenn der Junge von Taréys Erscheinungsbild so überwältigt gewesen wäre, dass er ihn geküsst hätte. Doch mit diesem unschuldigen, verunsicherten, ja beinahe süßem 'Hey?' hatte er nicht gerechnet. Taréy glaubte sogar eine gewisse Faszination aus der Stimme des anderen herausgehört zu haben, doch das könnte er sich auch eingebildet haben. Es war sogar sehr wahrscheinlich, dass er es nicht gehört hatte, denn welcher Junge, der nicht schwul war würde solch etwas in seiner Stimme offen zeigen? Ihm fiel auf Anhieb jemand ein, der dies eventuell getan hätte. Finn. Doch der war ja bekanntlich schwul. Zumindest hatte es bis jetzt für Taréy noch keine Zweifel gegeben. Immerhin himmelte der andere Taréy schon seit einer gefühlten Ewigkeit an.
Taréy schüttelte über sich selbst unmerklich den Kopf. Wieso schaffte er es ständig unbewusst seine Gedanken auf Finn zu lenken? Und wieso fiel sein Blick jetzt auch noch ausgerechnet auf ihn?
Was den Jungen allerdings mehr als nur ein bisschen erfreute, war die Tatsache, dass Finn - mit einem Gesichtsausdruck, der nur allzu deutlich von Eifersucht sprach - direkt zu Taréy und dem Neuen blickte. Es passte ihm wohl überhaupt nicht, dass sein Angebeteter auf einem Fremden lag und keine Anstalt machte sich von ihm zu erheben. Würde Finn das Interesse an ihm verlieren, wenn Taréy ihm mit einer unmissverständlichen Geste zeigte, dass ihm wirklich wahrhaftig nichts an ihm lag? Es war einen Versuch wert. Doch als Taréy die Unsicherheit und das Unwohlsein des Neuen wahrnahm, als sich bei dessen Befreiungsversuch ihrer beider T-Shirts verschoben und Taréys Bauch nun direkt auf nackte Haut des anderen traf, überlegte er sein geplantes Vorhaben noch einmal. Wenn der Junge unter ihm schon bei ein bisschen nackter Haut auf nackter Haut zitternd die Luft durch die Zähne einzog, wie würde er dann auf das reagieren, was Taréy vorhatte? Mit einem mitleidigen Blick betrachtete er den Neuen nochmal und versuchte ihm gut zuzureden, während er sich auf dessen Oberschenkel setzte und seine Hände neben den Kopf des anderen abstützte. Naja ... Eigentlich versuchte er sich eher schon im Voraus für sein Handeln zu entschuldigen.

"Das, was ich gleich machen werde tut mir ehrlich leid."


Dann jedoch beugte er sich herab und legte seine Lippen sanft auf die des anderen. Taréy tat dies wirklich überaus sanft, er wollte ihn doch nicht noch mehr verschrecken, als er es ohnehin schon tat. Doch dies war einfach die perfekte Gelegenheit, um Finn eventuell loszuwerden.
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04.03.18 8:49

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Die Situation, sie wurde nicht besser. Nein, viel eher wurde sie bizarrer, unwirklicher, seltsamer. Denn anstatt sich eilig wieder zu erheben, blieb der Größere einfach auf ihm liegen, betrachtete ihn mit einem Blick, der Rakocz irgendwie seltsam vorkam. Irgendwie.. lag ein gewisses Staunen in den Augen, die Rakocz soeben in Beschlag nahmen mit ihren außergewöhnlichen Farben. Fast schon fasziniert betrachtete Rakocz die hellen Tupfen, die sich rings um die Pupillen verteilten. So nah war er einem anderen Menschen noch nie gewesen, hatte noch nie die Zeit gehabt, Augen so intensiv zu betrachten.
Erschrocken und peinlich berührt wandte Rakocz den Blick ab, als der Größere ihn ansprach, sich für irgendetwas entschuldigte, auch, wenn dem unten Liegenden nicht ganz klar war, wofür, hatte der Andere doch eindeutig die Zukunft und nicht die Vergangenheit gemeint. Bevor Rakocz dem Anderen aber wieder in die Augen sehen, seine Absichten erkennen konnte, spürte er schon sanfte Lippen, die ihn sanft auf den Mund küssten.
Erstarrung war es, die seinen Körper im ersten Moment heim suchte, seine Augen weiteten sich überrascht und erstaunt. Das hier... war sein erster Kuss, von einem Jungen, den er noch nicht einmal kannte, den er nur in Sport bewundert hatte für seine fließenden und kraftvollen Bewegungen... und nun lag eben jener Junge, von dem er eigentlich gar nichts wollte, von dem er gar nichts wollen konnte, stand er doch schließlich nicht auf das männliche Geschlecht. ... doch nach dem ersten Erstaunen verriet ihn sein Körper, seine Lippen bewegten sich vorsichtig, kaum merklich und vermutlich dennoch ungeschickt, erwiderten den Kuss...
Ein wenig länger als nötig blieben Rakocz Augen geschlossen, als er blinzelte - doch dann, mit dem plötzlichen bewusst werden, was er hier eigentlich tat, löste er ihre Münder erschrocken voneinander, versuchte erneut, sich unter dem Jungen hervorzukämpfen, doch erneut hielt er zittrig atmend inne, verharrte mit pochendem Herzschlag unter dem, der auf ihm lag.

"W-w-w--wa-was tu-tust du da?", brachte Rakocz endlich stotternd heraus, die Augen schon fast beschämt abgewandt, die Wangen leicht gerötet. Ihm war seltsam warm, irgendwie... angenehm.. und doch war das ganze so seltsam und neu, dass sich alles in ihm dagegen sträubte, ihn verwirrte und in Chaos zurückließ. Mit diesem Kuss... hatte der Dunkelhaarige die gesamte Selbstkenntnis zerstört, die Rakocz besessen hatte. Stürzte ihn einfach in ein Gefühlschaos, ohne ihn zu fragen, ohne darauf zu achten, ob dem Blauäugigen das passte oder nicht.
Wenn der Andere nicht auf ihm sitzen würde.... - ja, was dann?
Völlig verwirrt schüttelte Rakocz den Kopf, versuchte dadurch Klarheit in seine verwirrten Gedanken zu bekommen, doch es gelang ihm nicht.


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04.03.18 9:08

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NOT WHAT YOU EXPECTED?


Er war so verdammt unschuldig! Als wäre es sein erster Kuss, sah der Junge unter ihm Taréy an. Ein geschockter Ausdruck ließ sich von seinem Gesicht ablesen, als der Neue begriffen hatte, was Taréy da eigentlich tat. Sein ganzer Körper spannte sich an und Taréy glaubte schon, er würde ihn gleich von sich stoßen. Doch dies passierte nicht. Komplett das Gegenteil trat ein. Er hörte seine Freunde erstaunt aufkeuchen, als auch sie sahen, dass der Neue den Kuss sogar erwiderte. Wie geschockt mussten auch sie sein, dass Taréy den anderen einfach so auf dem Pausenhof küsste? Es war normalerweise nicht seine Art solche Dinge in der Öffentlichkeit so dermaßen offensichtlich auszuführen. Und doch lächelte Taréy in den Kuss hinein. Er lächelte aus Überraschung, Erstaunen über den plötzlichen Mut des anfangs so ängstlichen Jungen unter sich und er lächelte auch über die Ungeschicktheit des anderen. Auch als dieser den Kuss - nun plötzlich wieder unsicher und erschrocken - löste und Taréy nun doch aufgebracht zur Rede stellte, hörte der Grünäugige nicht auf dieses Lächeln auf den Lippen zu tragen. War es etwa so schwer zu verstehen, was sie gerade getan hatten? Die Röte, die sich auf die Wanden des anderen schlich, bezeugte eindeutig, dass er sehr wohl wusste, was Taréy getan hatte, was sie zusammen getan hatten. Vielleicht war es auch genau die Vorstellung dieses 'zusammen', die den Kleineren zum Erröten brachte. Vielleicht aber auch der Gedanke daran, dass es ausgerechnet auf dem Schulhof war, den Blicken sämtlicher Mitschüler ausgeliefert.

"Ich habe dich geküsst. Und es tut mir wirklich sehr leid, dass ich dich damit so geschockt habe."

Dass Taréy dies nur getan hatte, um seinen Verehrer Finn loszuwerden, das erwähnte er natürlich nicht. Immerhin wollte er dem anderen nicht das Gefühl geben nur Mittel zum Zweck gewesen zu sein. Der Arme hatte sich jetzt sicher schon mit genug Gedanken herumzuquälen. Sanft nahm Taréy das Kinn des anderen zwischen seine Finger und brachte den Kleineren damit dazu seinen Kopf ruhig zu halten.

"Aber sag mal, wie heiß du eigentlich? Ich bin Taréy"

Er sagte diese Worte, als wäre nichts gewesen. Nicht weil er es nicht genossen hätte - einen so süßen Kerl zu küssen bereitete Taréy immer Freude - aber er wollte dem anderen das Gefühl geben, dass er sich nicht vor ihm zu fürchten brauchte, nur weil er ihn geküsst hatte. Taréy war nicht böse, das hieß, dass der Junge jetzt nicht vor ihm davon laufen musste - falls er die gekonnt hätte, denn Taréy saß immer noch auf seinen Schenkeln. Sacht strich Taréy mit seinem Handrücken über die Wange des anderen, bevor er sein Gesicht wieder freigab und sich neben ihn setzte.
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04.03.18 9:12

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Rakocz hatte es gespürt, das Lächeln, das noch immer auf den Lippen des Fremden lag. Er wusste nicht,weshalb der Andere lächelte, ob es ehrliche Freundlichkeit war oder eher Belustigung über die Ungeschicktheit, die er sicherlich an den Tag gelegt hatte. Oder war es vielleicht sogar ein hämisches Lächeln? - Rakocz war so verwirrt, dass er sich wirklich nicht sicher war, was dieses Lächeln zu bedeuten hatte, welcher Charakter dahintersteckte. Verspottend, belustigt, erstaunt oder doch einfach nur eine freundliche Geste, die ihn beruhigen sollte?
Perplex lauschte er schließlich der Antwort, die er schließlich auf seine Frage bekam. Sie war direkter, als er erwartet hatte, viel direkter - doch was hätte er auch anderes erwarten sollen, hatte ihn der Andere (der sich nun erneut entschuldigte) schließlich auch einfach geküsst. Mitten auf dem Schulhof, inmitten von anderen Menschen. Menschen, die Mitschüler waren. Fast schon panisch irrte Rakocz Blick nach dieser Feststellung herum, suchte nach Schülern, die sie beobachteten - und er fand einen. Ein blonder Junge, dessen Blick wahrlich hätte töten können, starrte zu ihnen herüber, erwiderte den Blick aus den hellblauen Augen hasserfüllt, zumindest, soweit Rakocz dies von hier erkennen konnte. Ein mulmiges Gefühl machte sich in ihm breit. In was war er hier nur schon wieder hineingeschlittert? Er konnte schließlich gar nichts dafür, verstand nicht, was hier abging und weshalb ausgerechnet er dafür ausgewählt worden war!

Zart spürte er die kühlen Finger des Anderen an seinem Kinn, Finger, die ihn dazu zwangen, den Größeren wieder anzusehen. Es war ein seltsames Gefühl, ein... nein, das konnte nicht sein! Das war kein gutes Gefühl! Es war seltsam, abstoßend... oder so.
"Ich... bin Rakocz", antwortete er schließlich leise, noch immer verwirrt. Jetzt war es auf einmal fast so, als wäre nichts gewesen. Außer natürlich der Tatsache, dass Taréy noch immer auf seinen Schenkeln saß, damit verhinderte, dass Rakocz aufstehen konnte - und auch vor dem Aufsetzen hütete er sich. Es sähe ja wohl wirklich seltsam aus, wenn er dem Anderen plötzlich so nah kommen würde, ihre Gesichter wieder aneinander führte... nein, das musste nicht sein.
Verwirrt spürte er, wie Taréy mit der Hand über seine Wange strich. Eine zärtliche Geste, die den Blauäugigen nur noch mehr verwirrte. Und dann, ganz plötzlich, völlig unerwartet, löste Taréy den Kontakt zwischen ihnen, setzte sich einfach neben ihn, gab ihn frei. Und Rakocz? Der war so überrumpelt von dieser Wendung, dass er einige Sekunden zu lang brauchte, um sich endlich ebenfalls aufzusetzen und sein Shirt wieder zurecht zu ziehen.
Wieder sah er sich um, erhaschte erneut den Blick des Blonden - und ohne es zu merken, duckte er sich unter diesem Blick. Es schien eine Warnung in ihnen zu liegen - eine Warnung, die er nicht verstehen konnte. Wie auch? Schließlich kannte er in Wahrheit weder Taréy, noch irgendwen anders an dieser Schule.
Konnte der Blonde... sich denn nicht einfach umdrehen? Ihn seinen ihn zu erdolchen drohenden Blicken verschonen? Es reichte doch, dass Taréy seine Welt ins Wanken gebracht hatte! Er wollte und konnte sich nicht auch noch mit einem Jungen auseinander setzen, der ihn aus unerfindlichen Gründen zu hassen schien.

"Ich... ich bin nicht schwul", wisperte Rakocz plötzlich, ohne Taréy anzusehen. "tut mir.. Leid, wenn es anders rübergekommen ist."

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04.03.18 9:16

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Der andere stritt also ab, dass dieser Kuss ihm innerlich doch so sehr gefallen haben musste, dass er ihn erwidert,sein Herz zum Rasen gebracht hatte? War Rakozc Unsicherheit so tief verankert, dass er sich dies nicht eingestehen wollte, es nicht akzeptieren konnte?
Irritiert und etwas in seinem Stolz verletzt - weswegen auch immer - zog Taréy die Augenbrauen zusammen. Er hatte doch gespürt, dass der Kleinere wie gelähmt gewesen war, als Taréy ihn geküsst hatte.

"Wenn du es nicht bist - so wie du behauptest - wieso hast du meinen Kuss dann erwidert?"

Diese Frage war nicht fair, das wusste Taréy, fühlte sich der andere doch schon unbehaglich genug - das war ihm anzusehen. Doch wenn der andere durchgehend so unsicher war, hatte er denn dann überhaupt schon mal eine Beziehung gehabt? Taréy kam dies eher unwahrscheinlich vor. Die Unsicherheit verschwand sicherlich nicht auf einmal, nur weil er ein Mädchen - oder einen Jungen - um ein Date bitten wollte. Hatte er dies denn schon mal getan? Sollte Taréy so dreist sein und danach fragen? Es war nicht ratsam und edel sich in die Privatangelegenheiten anderer einzumischen, vor allem nicht, wenn man diesen anderen Menschen gar nicht kannte. Was würde siegen? Neugierde oder Anstand?
Einige Momente schwieg der Größere noch vor sich hin, starrte auf das Gras zu seinen Füßen und ließ sich diese beiden Gedanken immer wieder durch den Kopf gehen. Schlussendlich seufzte er unmerklich und warf sein Feingefühl in eine Ecke seines Verstandes. Die Neugierde hatte den Kamp gewonnen.

"Ich will dir nicht zu nahe treten, aber hattest du denn schon mal ein Mädchen? Hattest du Sex, oder zumindest ein Date?"

Taréy war dem anderen wieder bedrohlich nahe gekommen. Nicht für den Größeren bedrohlich, eher für Rakozc, denn nun musterte er den Neuen so eindringlich, als versuche er die Antwort seiner Frage rein durch seine Blicke zu erfahren. Taréy blieb an Rakozc Augen hängen. In Gedanken verglich er das Blau in ihnen mit dem des Himmels, entdeckte sogar hellere Stellen, die Wolken bilden könnten. Der Kleinere hatte seinen eigenen Himmel.
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04.03.18 9:19

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Es war eine ganze Weile still, nachdem Rakocz gesprochen hatte, zumindest kam es ihm so vor. Wie lange die Zeitspanne war, die Taréy brauchte, um ihm zu antworten, wusste der Kleinere nicht. Allerdings wusste er, dass er sich wünschte, der Andere hätte geschwiegen, diese erste Frage nicht gestellt, die Rakocz erneut in Gedanken versinken ließ.
Ja, weshalb hatte er denn Kuss dann erwidert? Weshalb... hatte er es, wenn auch nur für einen Moment, sogar genossen, geküsst zu werden? Von einem anderen Jungen geküsst zu werden. Von einem Jungen, den er zuvor in Sport bewundert hatte, den er - ehrlich gesagt - als ziemlich gut aussehend empfand.
Aber er konnte nicht schwul sein! Was auch immer er war, er war nicht schwul! Er konnte einfach nicht schwul sein, hatten ihn doch Jungs bisher schlicht und ergreifend nicht interessiert. Vorlieben und Interessen konnten sich doch nicht so schnell ändern! ... oder?

Völlig überfordert lagen die blauen Iriden letztlich auf Taréy, erneut waren die Augen geweitet, zeugten von Überraschung, Verwirrung und Entsetzen. Ohne es zu wissen beförderte Taréy ihn immer weiter in ein schwarzes Loch, einen Sumpf, der ihn zu verschlingen drohte. Er hatte Angst, Angst davor, die Antwort auszusprechen, die ziemlich offensichtlich sein musste, wenn es dem Anderen so leicht fiel, danach zu fragen. Doch wie sollte Rakocz dieser wahrlich dreisten Frage antworten? Wie sollte er dieser Situation entkommen, der er einfach nicht gewachsen war?
Sekunden verstrichen, ohne eine einzige Regung des Kleineren. Er schien erneut erstarrt, hilflos, vollkommen allein gelassen in einem Meer aus Fragen und Zweifeln. Doch endlich kam Bewegung in ihn. Mit einem Schlucken drehte er sich weg, blickte auf die grünen Grashalme, die wirklich ein einfaches Leben hatten... und schüttelte schließlich leicht den Kopf.
"Nein... nein, hatte ich nicht..", kam schließlich die leise Antwort, resigniert und irgendwie... ja, was? Traurig? Ergeben? So wirklich sicher war Rakocz sich da selbst nicht, nur, dass ihm die Nähe des Anderen wirklich zu schaffen machte, sein Körper darauf reagierte, obwohl sie sich nicht berührten und sich 'nur' geküsst hatten.
Wie war das noch? Das Schicksal ist ein mieser Verräter? - Falsch! Der Körper ist ein mieser Verräter!

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04.03.18 9:20

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Wieder musste Taréy lächeln, als er sah, wie unbehaglich sich Rakocz fühlte. Nicht, weil er sich am Unwohlsein anderer erfreute, sondern weil es in amüsierte, wie er Rakocz hin und her zappeln lassen konnte.

"Woher willst du dann wissen, ob du nicht schwul bist? Ich zumindest hab das erst erfahren nachdem ich mit einem Mädchen schlafen wollte. Wollte, wirklich nur wollte. Getan hab ich es dann allerdings nicht, weil ich gemerkt hab, dass mich wirklich nur Typen anmachen."

Es war sehr schön mitanzusehen, wie sich Rakocz bei diesem Gespräch im Sekundentakt unwohler und unwohler fühlte. Es war ziemlich süß, wie der Kleinere seinem Blick versuchte auszuweichen, dann aber doch immer wieder zu ihm blickte. Taréy wusste nicht warum der andere dies tat. Eventuell wollte er es gar nicht, tat es allerdings dennoch unbewusst.
Taréy wusste, was er Rakocz gerade antat. Er konnte sich zumindest annähernd vorstellen, wie sich der andere fühlen musste. Überrumpelt, veriwirrt. Und doch schien es nicht so, als wäre Rakocz angewidert von Taréy. Jetzt wusste Taréy jedenfalls schon mal, dass es für Rakocz nicht ganz so abwegig sein konnte schwul zu sein, wenn er über den Kuss mehr Verwirrung als Ekel zeigte. Oder die Überraschung überspielte nur die anderen Emotionen. Das war ebenfalls möglich.

"Wenn du heute noch nichts vor hast, gehst du mit mir aus?"

Ja, das war schon wieder ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt, aber Taréy konnte den anderen jetzt nicht in Ruhe lassen. Nicht wo er doch so offensichtlich mit sich selbst rang. taréy war gespannt wie Rakocz jetzt reagieren würde. Er wusste nicht warum, aber er hatte so ein Gefühl im Magen. Er mochte den kleinen Kerl. Zwar kannte er ihn erst seit ein paar Minuten, aber diese unschuldige, süße Art des anderen hatten es ihm wirklich angetan. Und dabei war er selbst doch so unanständig. Rakocz konnte von ihm zumindest noch viel lernen. Und Taréy brachte es ihm mit Freuden bei, wenn der andere ihn denn ließ ... was anzuzweifeln war. Aber die Hoffnung sollte man bekanntlich nicht so schnell aufgeben, nicht wahr?
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04.03.18 9:24

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Nervös lagen die Augen des Kleineren auf dem Größeren, auch, wenn er schon bald den Blick wieder abwandte, zugeben musste, dass Taréys Einwand irgendwie berechtigt war, konnte er es doch gar nicht wissen. Oder doch? Glaubte er nur, dass er es wusste, weil es so sein musste ? Weil es normal war und er gern daran glauben wollte, dass er normal war? Taréys Erklärung klang jedenfalls einleuchtend, irgendwie. Nur, dass Rakocz nicht daran glauben wollte, dass es bei ihm genauso sein könnte.
Weshalb tat Taréy ihm das an?! Er wollte nicht, dass er seine ganze Welt so durcheinander würfelte! Es verwirrte, überforderte ihn! Alles, nein, vieles, was er bisher als gegeben und richtig erachtet hatte, war jetzt anders. Seltsam.
Verwirrt blickte er schließlich wieder auf, überlegte, was er antworten konnte. Es war verlockend, einen Freund zu haben - einen Kumpel, verwirrte es ihn doch inzwischen, einen Jungen einfach als einen Freund zu bezeichnen. Seufzend schüttelte er den Kopf. So weit war es also schon mit ihm gekommen..! zögernd öffnete er letztlich den Mund, schloss ihn allerdings noch einmal, ehe er tatsächlich antwortete. "Wenn das... ein ganz normales Treffen aber kein.. kein Date wird.. können wir uns gern treffen.."


... und jetzt stand er hier, am Tor des Stadtparks. Frisch geduscht und nervöser, als er es sein durfte. Und so schob er es einfach darauf, dass er es nicht gewohnt war, außerhalb der Schule auf Menschen zu treffen, die er - abgesehen von seiner Familie - sehen wollte. Irgendwie.
Unsicher sah Rakocz auf die Uhr. Zehn nach drei. Zehn Minuten nach ihrem vereinbarten Treffen. Ib Taréy ihn vergessen hatte? - Mit einem Seufzen blickte er hinauf in den blauen Himmel, wartete so weiter, auch, wenn es nicht lange dauerte, bis ihm der Nacken schmerzte. Doch er ignorierte es.

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04.03.18 9:24

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SURELY THE STARS ARE IMAGES OF LOVE.
NOT ALWAYS THERE TO SEE,
BUT STILL EXISTING WHILE THEY'RE INVISIBLE.


Gut, dann eben kein Date. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden. Genau dieser Gedanke schlich sich in Taréys Kopf, als er mit einem einnehmenden Lächeln alle Sorgen Rakocz beiseite wischen wollte. Taréy wusste um seinen Charm. Und was er noch wusste war, wie er ihn einsetzen konnte, um andere Leute sacht auf den 'richtigen Weg' zu schupsen, sprich sie langsam aber sicher dazu zu bringen Dinge zu tun, die Taréy zugute kamen. Falls er in mancher Augen nun wie ein Schüler wirken sollte, der andere Menschen ausnutzte, dann hatte dieser jemand vermutlich recht. Doch nur in der Hinsicht, als dass Taréy den damit erwiesenen Gefallen meist erst am nächsten oder übernächsten Tag zurückzahlen konnte, was er in der Regel zu mindestens 90% wirklich tat. Er mochte es nicht, wenn er in anderer Leute Schuld stand und was er noch nicht mochte, waren unglückliche Gesichter. Deswegen erledigte er oft zwei Dinge auf einen Streich. Er half seinen Mitschülern und zahlte gleichzeitig seine 'Schuld' zurück.
Wie genau er das Manipulieren von Rakocz allerdings rechtfertigen wollte, das wusste Taréy noch nicht. Vielleicht damit, dass er ihm geholfen hatte endlich herauszufinden, wer der kleinere wirklich war und sich nicht immer und immer wieder fragen zu müssen, warum sich seine Leben eigentlich so seltsam anfühlte.
Taréy konnte mit gutem Gewissen versprechen, dass ihr beider Treffen wirklich nur als freundschaftliche Verabredung geplant war. Wenn diese allerdings doch in einem Date ausartete - was mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit passierte - dann hatte Taréy das Versprechen jedoch nicht zwingend gebrochen, er hatte nur seine 'Instinkte' nicht länger unter Kontrolle. Außerdem ... wer sagte, dass 'Verabredung' bei Taréy dieselbe Bedeutung hatte wie bei Rakocz? Die meisten Verabredungen waren bei Taréy dazu da um Leute abzuschleppen, diese wenig später ans Bett zu pinnen und sie mit seiner Zunge oder anderen Mitteln all ihre derzeitigen Probleme vergessen zu lassen.
Oh ja, Rakocz könnte von Taréy noch vieles lernen.
Mit seinen Gedanken schon wieder derart ins Unanständige abgedriftet, stand Taréy schließlich auf und verabschiedete sich noch mit einem beinahe liebevollen "Wir sehen und dann um drei Uhr, Kleiner." von Rakocz.


Wie die Ruhe selbst schlenderte Taréy schließlich 10 Minuten später als eigentlich abgemacht auf den Stadtpark zu. Es war Taréy mal wieder viel zu schwer gefallen ein passendes Outfit für seine Verabredung zu finden. Geschlagene 15 Minuten hatte er allein gebraucht um eine Hose zu finden, die seinen momentanen Ansprüchen entsprach. Schließlich hatte er sich für ein weißesT-Shirt mit aufreizend tiefem V-Ausschnitt gepaart mit einem dunkelroten Hemd, das er offen darüber trug, und einer schwarzen Röhrenjeans entschieden, die auf elegante Weise seine Figur betonte. Das dürfte Rakocz mit sehr wahrscheinlich dazu bringen ihn mehr als nur einmal aus den Augenwinkeln heraus zu betrachten.
Er brauchte nicht lange, da hatte er sein 'Date' auch schon gefunden. Rakocz stand mitten auf dem Weg und starrte in den Himmel, als würde er dort oben ein Raumschiff entdecken.

"Versuchst du die Sterne am helllichten Tag zu erkennen, Kleiner?"
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04.03.18 9:26

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Es war ein seltsames Gefühl, das in ihm herrschte, eine Mischung aus Erleichterung und Enttäuschung. Wie konnte Taréy ihn vergessen, wenn er es doch gewesen war, der dieses Treffen - unter Kumpels! - gewollt hatte? Möglicherweise war es aber besser, wenn er einfach ging, nun, da der Andere zu spät war? Dann könnte er sich am nächsten Tag entschuldigen, dass er nicht dagewesen war, dass seine Mutter ihm Aufgaben gegeben hatte oder ähnliches - das musste schließlich keine Lüge sein, würde er sie nach Aufgaben fragen...
Noch bevor er aber den Gedanken zu einem Entschluss formen und diesen umsetzen konnte, wurde er angesprochen, von niemand anderem als dem, der ihn in diese Zwickmühle befördert hatte. Verschreckt, schließlich hatte er ihn nicht kommen hören, wich er zwei Schritte zurück, stolperte dabei auch noch über seine eigenen Füße, sodass er auf dem Hosenboden landete. "H-h-hey!", begrüßte er den Größeren stotternd, schluckte, als sein Blick über den fremden Körper wanderte, der durch die gewählte Kleidung so gut zur Geltung kam - viel besser noch als in der Schule.
Kurz schüttelte er den Kopf, spielte mit dem Dreck unter seinen Fingern - etwas, das er sonst wohl nicht getan hatte, er sonst recht seltsam war in dieser Hinsicht - Dreck anfassen? Nee! Aber etwas essen, das auf dem Boden gelegen hatte? Warum nicht? Konnte man schließlich wegpusten, wenn es trocken war...
Jetzt aber warf er dieses Prinzip über Bord, schob kleine Steinchen hin und her, bis er sie zu einem kleinen Haufen aufgetürmt hatte. "Nein... nein, ei..eigentlich nicht", meinte er schließlich, sah wieder zu Taréy hoch - und erwischte sich erneut, wie sein Blick von den Schuhen ab nach oben wanderten, nicht direkt am Gesicht haften wollte. Nervös wandte er die Augen also wieder ab, mied es, den Größeren noch einmal anzusehen, während er ein leises "Du.. du bist zu spät", herausbrachte. Eigentlich als Feststellung gedacht, klang es doch eher nach einem Vorwurf, einer Anklage, etwas, wofür Taréy sich schämen sollte, irgendwie.
Resigniert seufzte Rakocz auf, schloss für einen Moment die Augen, ehe er dem Anderen auffordernd die Hände entgegenstreckte. "Wenn du schon zu spät bist... dann hilf mir wenigstens hoch!", forderte er nun, blickte auf die grünen Iriden, schaffte es dieses Mal sogar, nicht erst den Körper zu betrachten. Ein unsicheres Lächeln trug er auf den Lippen, das den fordernden Tonfall wieder entkräftete, nur zeigte, dass er sich mit seinem neuen Entschluss, den er soeben gefasst hatte, noch nicht wirklich sicher war. Er würde einfach nicht mehr an den Kuss denken, den Anderen wie einen ganz normalen Jungen behandeln, wie einen Kumpel, genau! Und dazu gehörte eben, dass man einander aufhalf, wenn man schon daran Schuld war, dass der andere fiel, oder?
Problem war nur, dass Rakocz selbst noch nicht so ganz an seine eigenen Gedanken glauben konnte, eher hoffte, dass seine Annahmen stimmten, denn dass er wirklich wusste, dass sie stimmten..

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04.03.18 9:29

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I'VE ALWAYS BEEN IN YOUR MIND
YOU KNOW I WILL BE KIND, I'LL BE GUIDING YOU
BUILDING YOUR DREAM HAS TO START NOW,
THERE'S NO OTHER ROAD TO TAKE
YOU WON'T MAKE A MISTAKE, I'LL BE GUIDING YOU..


Mit einem lautstarken 'Plumps' fiel Rakocz auf den Boden. Das hatte er nicht gewollt. Den anderen so zu erschrecken war ganz gewiss nicht sein Plan gewesen. Oder vielleicht doch? Von seinem umwerfenden Aussehen so überwältigt zu sein, dass der andere über seine eigenen Füße stolperte, das hatte schon seinen Reiz. Doch sollte sich Rakocz auf keinen Fall dabei wehtun.

"Hi. Es freut mich, dass du wirklich gekommen bist."

Und schon lagen die Blicke des anderen mit solcher Intensität auf ihm, dass er sich ein selbstzufriedenes Grinsen nur schwer verkneifen konnte. Hoffentlich würde Rakocz es nur als ein fröhliches Lächeln deuten, denn er wollte auf keinen Fall als hochnäsiger Macho betitelt werden. Immer noch glitten die Blicke Rakocz' an ihm auf und ab. Da hatte sich die Zeit, die er vor dem Spiegel verbracht und seine Kleidung gewählt und zurechtgerückt und sein Haar mit Haarspray gestylt hatte ja wirklich gelohnt. Es war eine kluge Idee gewesen ein tief ausgeschnittenes T-Shirt zu wählen, das eng anlag und etwas von seiner haarlosen Brust entblößte. Er wollte Rakocz bewusst reizen, es sollte ihm gar nicht möglich sein ihm zu widerstehen oder den Blick von ihm abzuwenden. Der andere würde ihn einfach immer wieder ansehen MÜSSEN.
"Du bist zu spät."
Ach ... er machte ihm Vorwürfe, wie niedlich. Wenn der andere diese Worte so stotternd hervorbrachte, könnte sich Taréy wirklich an Vorwürfe dieser Art gewöhnen. Mit einem amüsierten Glänzen seiner Augen antwortete er auf diese Worte:

"Ich hatte damit zu tun mein Outfit zusammenzustellen - was mir anscheinend zufriedenstellend gelungen ist, so wie du mich betrachtest."

Nun waren seine Worte eher schelmisch, aber er konnte sich nicht helfen. Nachdenklich betrachtete er das Gesicht des anderen und suchte es nach Anzeichen ab, die darauf hindeuten würden, dass Rakocz wirklich sauer auf ihn war.

"Du wirst mir doch deswegen nicht böse sein, oder? Ich wollte doch nur, dass du etwas zu sehen bekommst. Bist du zufrieden?"

Taréy drehte sich einmal um sich selbst, sodass sein dünnes Hemd sich mit ihm drehte und so seinen Hintern in der engen Jeans entblößte. Dann sah er wieder sein - immer noch am Boden sitzendes - Gegenüber und lächelte unschuldig, als wäre diese Showeinlage nur dazu gedacht ihm sein Outfit zu demonstrieren. In Wahrheit allerdings hatte er dies nur gemacht, damit der andere seinen Hintern zu Gesicht bekam, so noch weiter gereizt wurde. Ob das vielleicht zu viel des Ganzen war? Vielleicht. Möglicherweise. Unter Umständen. Doch Taréy wollte Rakocz auf alle Fälle beweisen, dass er ganz sicher nicht heterosexuell war, sondern von seinem Körper angezogen und angeturnt wurde.
Was dann allerdings passierte, machte den Größeren dann doch stutzig. Sein neuer Freund wollte, dass er ihm aufhalf? Indem er ihn bei den Händen nahm und hochzog? Wusste er denn da überhaupt, auf was er sich da einließ? Wohl eher nicht. Rakocz würde sich wohl noch wünschen dies nicht gesagt zu haben, denn jetzt, wo Taréy erst einmal die Hände des anderen in seinen hielt, würde er sie sicherlich nicht so schnell mehr loslassen. Taréy zog den Kleineren also hoch, doch so nah an sich heran, dass er ihm genauestens in die Augen sehen konnte. Er hielt in in dieser Position fest, ungefähr zehn Zentimeter von seinem Gesicht entfernt. Er hätte den anderen jetzt küssen können, doch tat er es aus einem Grund nicht: Er wollte den anderen betören und ihm beweisen, dass er Taréy anziehend fand. Und ihm nicht einen Schrecken einjagen, der ihn emotional von ihm forttragen würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die Taréy sehr genossen hatte, trat er jedoch wieder einen Schritt von Rakocz zurück und zog ihn hinter sich her in den Park hinein. Seine rechte Hand war allerdings immer noch mit der des anderen verbunden. Taréy hielt ihn fest, wollte ihn nicht gehen lassen, viel zu sehr gefiel ihm diese Nähe zu dem Kleineren.
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04.03.18 9:35

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Irgendwie hatte Rakocz das Gefühl, dass es dem Größeren gefiel, wie er ihn musterte, und obwohl es ihm ein wenig unangenehm war, es ihm die Röte in die Wangen trieb, einen anderen Jungen so offensichtlich anzusehen, konnte er dennoch nicht wegsehen, die Bäume betrachten, das Gras, die anderen Menschen - nichts zog seine Aufmerksamkeit so sehr auf sich wie Taréy, der sich unter seinen Blicken auch noch sichtlich wohlzufühlen schien. Ja, sogar mit Worten ging er darauf ein, wie sehr Rakocz den wohlgeformten Körper bewunderte, bis sich die Augen beschämt abwandten.
"Ich,, ich weiß nicht" , murmelte Rakocz überfordert, richtete dabei den Blick wieder auf den Größeren - und hielt den Atem an. Wenn er ein Hund wäre, er hätte sicherlich gesabbert bei dem Anblick, der sich ihm bot. Auch, wenn er ihn nicht lange wirklich gesehen hatte, diesen verführerischen Hintern, dann wollte er doch mehr sehen, irgendwie, und es war wirklich unfair, dass die Dreheinlage so schnell vorüber war, zumal er sich nicht traute, nach einer neuen Runde zu fragen. Nein, das traute er sich nicht, brachte ja nicht einmal den Mut auf, auszusprechen, dass er durchaus zufrieden war. Nein, eigentlich wollte er es sich nicht einmal eingestehen, war durch diese Frage mehr als verunsichert, ging deshalb nicht weiter darauf ein. "I-ich.. ich.. ich b-bi-bin dir n-n-n-ni- nicht sau-sauer", brachte er letzten Endes stotternd heraus, die Hände noch immer in die Höhe gereckt.
Es war ein kurzes Lächeln, das über die verunsicherten Gesichtszüge huschte, als seine Hände umfangen wurden, man ihn nach oben zog - und hilfsbereit half er mit, stemmte sich in die Höhe, so gut er es vermochte - nur, um zu erstarren. Nervös flatterte sein Atem, als er den des Größeren spüren konnte, wusste, dass dieser den seinen auch spüren konnte, waren sie sich doch nah genug. Zögernd wanderte der Blick von den grünen Augen zu den roten Lippen, und ein seltsames Zittern erfasste ihn, als er daran dachte, wie warm und weich sie sich auf den seinigen angefühlt hatten, als Taréy ihn auf dem Hof geküsst hatte, einfach so.
Sekunden verstrichen, in denen es Rakocz nicht gelang, sich aus dem Bann zu lösen, in den Taréy ihn geführt hatte, er eher immer weiter auf dessen Anziehung reagierte. Dann aber löste sich der Ältere, ließ ihn gehen, zumindest ein Stück, löste damit die Situation auf. Vermutlich hätte es nicht mehr lange gedauert, bis Rakocz den Kopf gehoben und die Augen geschlossen hätte, sich dem Älteren damit anbietend, doch er hatte sich noch nicht getraut, hatte nur starren können - und jetzt, da sich der Andere in Bewegung setzte, ihn einfach nur hinter sich her zog, da kamen seine Füße ins Straucheln. Alle Hände voll zu tun hatte er, um nicht erneut zu fallen, obwohl sie nicht schnell gingen, es eigentlich kaum möglich war - und dennoch war sein Kopf wie leergefegt, wollte nichts mehr an sich heranlassen. Nur ein leises: "Ich... ich bin.. z-z-z-zu...zu- zufrieden", gab er schließlich leise von sich, hatte sich nun endlich gefangen, ging nun neben Taréy, wenn auch seine Finger unruhig an der Hand herumklopften, die die seine hielt. Als richtiges Händchenhalten konnte man es also nicht bezeichnen, oder? Nervös, abgelenkt durch die Blicke, die sie beide trafen, sah er sich um, schnappte teilweise angewiderte Gesichter auf, und senkte daraufhin verschüchtert den Kopf. "zumindest.. so-.soweit das als.. als Kerl... i-in Or-ordnung ist." Denn dass es das nicht war, zumindest nicht in dem Maße, in dem ihm Taréy gefiel, war an den verschiedenen Reaktionen um sie herum nur allzu deutlich erkennbar. Nein, er sollte vielleicht lieber doch sauer auf Taréy sein. Für's Zuspät kommen. Dafür, dass er ihn in Situationen brachte, die er nicht verstand, mit denen er nicht umgehen konnte, weil sein Körper etwas ganz anderes sagte und wollte als sein Verstand. Denn ja, er hatte die Lippen spüren wollen, fest, ja, vielleicht sogar mit mehr Härte als auf dem Schulhof, hatte für einen winzigen Moment das Bedürfnis verspürt, dass Taréy einfach seine Meinung untergrub, ihn unterbutterte - und gleichzeitig, nein, hinterher, schämte er sich für diesen Wunsch, besonders, da er ahnte, dass er es genossen hätte. Zumindest, bis der Ältere den Kuss gelöst hätte.

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04.03.18 9:36

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LOVE IS THE MOST PRACTICAL THING IN THE WORLD.
IF YOU TAKE AN ATTITUDE OF LOVE
TOWARD EVERYBODY YOU MEET,
YOU'LL EVENTUALLY GET ALONG.


Mit Genugtuung stellte Taréy fest, dass der andere ihm anscheinend nicht wirklich böse sein KONNTE. Obwohl er selbst alles daran setzte ihn zu betören und wohl die Gefühlswelt des Kleineren ziemlich auf den Kopf stellen musste - seinen Blicken zufolge, die er einfach nicht von ihm abwenden konnte. Er hatte ja am Schulhof selbst zugegeben, dass er noch nie mit jemandem ein Date hatte, geschweige denn mit jemandem zusammen war.
Taréy konnte nicht anders, aber über die niedliche Ungeschicklichkeit und über das Stottern Rakocz' zu lächeln. Er bekam keinen Satz heraus, der ohne ein Zögern zwischen den Wörtern war. Einerseits fand Taréy das ja ziemlich süß, allerdings könnte Rakocz schon etwas mehr an sich selbst glauben. So wenig Selbstvertrauen war doch nicht gesund.
Als die beiden so nahe zusammen standen, bemerkte der Größere noch etwas. Fasziniert betrachtete sein 'Date' die Lippen von Taréy. Er selbst betrachtete allerdings das gesamte Gesicht seines Gegenübers. Die weiche Haut. Die wunderschön blauen Augen, die dem Morgenhimmel glichen. Die Haare, die einen so schönen Blaustich hatten und so seidig wirkten, dass es Taréy schwer fiel sie in Ruhe zu lassen. Er wollte so gern eine Strähne um seine Finger wickeln. Doch so lange er diesen Moment auch ausgekostet hatte, er musste Rakocz doch wieder loslassen.

Schweigend gingen sie durch den Park, bis Rakocz schließlich auf seine Frage von ganz am Anfang antwortete.
"Ich ... ich bin zufrieden."
Verwundert sah er den Kleineren an, hatte sich allerdings schnell wieder gefangen und überspielte seine Verwirrung mit einem einnehmenden Lächeln. Er hätte sich nicht gedacht, dass der andere dies so einfach zugeben würde.
"Zumindest soweit das als Kerl in Ordnung ist."
Oh, da war das 'aber'. Und schon war für Taréy wieder alles normal. Es hätte ihn auch gewundert, wenn Rakocz zugegeben hätte, dass er glücklich in Gegenwart Taréys war. Wenn er sich eingestanden hätte, dass glücklich war, weil er so nahe bei Taréy war. Eines irritierte den Größeren allerdings weiterhin. Rakocz sah sich so verschüchtert und beschämt um und wandte schlussendlich seinen Blick ganz dem Boden zu. Auch Taréy ließ seinen Blick umherwandern. Und was er entdeckte erfreute ihn keineswegs. Einerseits waren da die Blicke anderer Schüler und auch Erwachsenen, die von Missbilligung zeugten. Anscheinend lehnten sie es ab zwei Jungen händchenhaltend zu sehen. Oh, wenn sie wüssten, was Taréy sonst noch so mit Jungen tat. Sie küssen. Ihnen die Kleidung vom Leib reißen. Sie gegen eine Wand pressen. Um ein paar Dinge zu erwähnen.
Andererseits entdeckte er auch ein paar Mädchen, die sie mit entzücktem Blick ansahen. Ihnen gefiel der Anblick von Rakocz und Taréy anscheinend. Beruhigt, dass es nicht nur homophobe Menschen gab, winkte er ihnen zu und schenkte ihnen ein Lächeln

"Mach dir keine Gedanken um Menschen die nicht akzeptieren können, dass es genauso normal ist, etwas für das gleiche Geschlecht zu empfinden, als für das andere. Du darfst es einfach nicht an dich heranlassen. Und wenn du das nicht schaffst, dann kann noch immer ich dich vor bösen Blicken beschützen."

Taréy zog Rakocz etwas in die Richtung der drei Mädchen, die sie immer noch ansahen. Er wollte dem Kleineren zeigen, dass es nicht nur ablehnte Menschen gab. Während sie auf die kleine Gruppe von Mädchen zugingen, betrachtete Taréy Rakocz wieder. Er wirkte immer noch verschüchtert und irgendwie verschlossener, als noch vor wenigen Augenblicken. Mit einem tonlosen Seufzen gab der Grünäugige seinem Verlangen die Haare des anderen zu berühren schließlich nach und strich dem Kleineren zärtlich eine Strähne aus den Augen.

"Sie mal da drüben,"
meinte Taréy und deutete zu den drei Mädchen hinüber, die sie immer noch neugierig betrachteten.

Als sie schließlich an dem Grüppchen vorübergingen, konnte Taréy hören, wie das rothaarige Mädchen ganz rechts zu ihnen sagte "Ihr seid so süß!" Ob das wohl genug Beweis war, dass es nichts Böses war, wenn Rakocz etwas für ihn - einen anderen Jungen - empfand? Taréy konnte es nur hoffen.
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04.03.18 9:38

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Es war verwirrend, wie locker Taréy das alles nahm - diese seltsame Situation, in der sie gemeinsam durch den Park gingen, an Menschen vorbei, die sie angafften, die Nähe zwischen ihnen, die der Ältere selbst provoziert hatte, nur, um sie schließlich ohne weitere Taten wieder zu lösen. Aber es war nicht nur verwirrend, nein, auf eine gewisse Art und Weise tat diese Nähe gut. Taréy war in dieser Situation wie ein Anker, der ihn hielt - und der ihn gleichzeitig immer weiter hinabriss in den Strudel, ihn immer weiter von dem fort führte, was er bisher geglaubt hatte. In die Dunkelheit führte er ihn, auf unbekannten Wegen, die er allein nie wieder verlassen können würde, ja, den Ausweg nicht finden würde, nicht allein. Doch Taréy, der konnte ihm in dieser Hinsicht auch nicht helfen, war nur sein rettender Anker, obwohl er ihn hielt, ihn in dieser Situation ausharren ließ, irgendwie. Und er selbst? Er war... das Schiff. Abhängig von dem Halt, doch war die Kette zu kurz, würde er kentern, dem Meeresboden entgegensinken.
Auch die Worte bestätigten dieses Bild, ließen Rakocz leicht nicken, auch, wenn er nicht daran glaubte, dass der Größere das leisten konnte. Wie sollte er auch Blicke abhalten wollen? Einen Clown vor ihnen herschicken, damit dieser die ganze Aufmerksamkeit auf sich zog? Doch selbst dieser würde vermutlich uninteressant werden, wenn man sie beide sah, schließlich hab es genug Menschen, die sich daran wirklich stießen, nicht einmal tolerieren konnten, dass es diese ... Mutation im Erbgut gab. Wenn es denn eine war. Ob seine Mum wohl böse auf ihn wäre, wenn sie wüsste, dass er diesen Fehler in sich trug? Schon die ganze Zeit, unbemerkt aber doch präsent, zumindest, wenn er zurückblickte, wusste er doch, dass er Mädchen noch nie interessant gefunden hatte. Nachdenklich biss er sich auf die Lippe, den Blick noch immer gesenkt, doch dann blieb der Größere plötzlich stehen, hielt ihn fest. Irritiert blickte Rakocz auf, öffnete den Mund, um etwas zu sagen, nur, um innezuhalten, den Mund wieder zu schließen, obwohl die Lippen nicht mehr so fest aufeinander lagen wie noch einen Augenblick zuvor. Gebannt ließ er die zärtliche Geste über sich ergehen, sah dabei in die grünen Augen, die ihn so sehr faszinierten, dass er sich in ihnen verlieren könnte, wenn er nicht aufpasste. Wie ein Schiff auf hoher See, ohne Navigator und Kompass. Sichtlich schwer fiel es ihm demzufolge, den Blick abzuwenden, dem des Größeren zu folgen, die Mädchen anzublicken. Eine zeigte gerade auf sie, während die drei angeregt tuschelten. Sofort senkte Rakocz wieder den Blick, verstand selbst diese offensichtliche Begeisterung nicht als das, was es war, folgte dem Älteren nur weiterhin still, als dieser seinen Weg fortsetzte, den Moment zerstörte, in dem er für einen winzigen Moment fast hatte vergessen können, wie viele Menschen um sie herum waren.
Mit einem Ruck drehte Rakocz den Kopf herum, dass die blauen Haare flogen, als er die Worte des Mädchens vernahm. Ungläubig lasteten seine blauen Augen auf ihr, so überrascht war er von diesen Worten. Sie wirkten nicht einmal ironisch oder gekünstelt, nein, dieses Mädchen meinte es.. es meinte es tatsächlich ernst!
Staunend öffneten sich die Lippen ein wenig, ehe er hastig den Kopf senkte, spürte, wie ihm die Röte in die Wangen schoss. Ein erneuter Ruck ging durch seinen Körper, als er stehen blieb, damit auch Taréy stoppte, absichtlich. Irgendwie. "... hat.. hat sie das... wi-wi-wir.. wirklich ernst gemeint?" , brachte er stotternd heraus, hob den Blick ein wenig, musste wohl aussehen wie einer, der seinen Freund betrogen hatte und nun auf Vergebung wartete. Doch noch bevor Taréy antworten konnte, breitete sich ein vorsichtiges Lächeln auf den unsicheren Zügen ab. Langsam setzte sich Rakocz wieder in Bewegung, aufrechter als zuvor. Zwar wich er den missbilligenden Blicken noch immer aus, doch sein Gang war sicherer, selbst dann noch, als sie letztlich auf die Eisdiele zuschritten, dabei noch mehr Menschen begegneten. Erstaunt folgte Rakocz dem Älteren, der in seinem ganzen Auftreten so vollkommen anders war als er selbst, betrachtete die Ecke, in die Taréy ihn geführt hatte. Wie eine kleine Gartenlaube wirkte das, in dem das Tischlein stand, gesäumt von zwei weißen Stühlen. Und an dieser Laube, da wuchs nicht nur grünes Geäst empor, nein, Rakocz konnte sogar kleine Röschen ausmachen, rote und weiße. "I-i- ich dachte.. k-k--k- kein Date?", brachte er leise heraus, blickte Taréy dabei schon fast enttäuscht an, fühlte sich verraten - und gleichzeitig kribbelte alles in ihm, machte ihn ganz wuschig, weil er nicht wusste, was er von dieser Situation halten sollte. Doch schließlich, da setzte er sich einfach hin, starrte in den Park, den man wunderbar beobachten konnte - scheinbar, ohne selbst gesehen zu werden. Es dauerte nicht lang, da wurden zwei Karten gebracht. Nachdenklich blätterte er die Karte durch, ehe er meinte: "Ich nehme... einen Erdbeerbecher. Erdbeeren mit Vanilleeis.", meinte er schließlich an Taréy gewandt, ehe sich sein Gesicht verdüsterte. "Ich.. ich hab nur.. mein Geld vergessen. K-ka-ka- kannst du mir.. das vielleicht au-auslegen? Du bekommst es.. in der Schule wieder.", versprach er, wandte dabei den Blick ab, schämte sich, dass er so vergesslich war - und gleichzeitig nahm das Kribbeln in seinem Körper zu, egal, wie sehr er sich auch selbst sagte, dass es kein Date war. Er.. er wollte dieses seltsame Gefühl doch gar nicht!

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04.03.18 9:43

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Auch Taréy musste lächeln, als er sah, dass Rakocz zumindest für den einen Augenblick daran glauben konnte, dass nicht alle Menschen intolerant waren. Er nickte nur als Antwort, dass das Mädchen keine Lügen sprach. Wenn er sie beide so betrachtete, dann musste er schon sagen, dass sie wirklich süß aussahen. Vor allem war das sicherlich Rakocz Schüchternheit, seiner Unsicherheit und seinem Stottern zuzuschreiben. Aber alles in allem wirkten sie wirklich so. Aber vor allem die Tatsache, dass sie zusammen so harmonisch wirkten, als würden sie sich schon ewig kennen, machte Taréy schließlich unsicher. Wie kam es, dass er sich so unwahrscheinlich gut mit Rakocz verstand? Er wollte ihm schon gar nicht mehr von der Seite weichen. Mit einem unguten Gefühl im Magen ging er schließlich weiter, als der Kleinere ihn weiter zog.

Schließlich kamen sie bei der Eisdiele, am anderen Ende des Parks, an. Zwar hatten sie die restliche Zeit nichts mehr gesprochen, doch es war kein unangenehmes Schweigen gewesen. Eher so, als wollten sie beiden den ruhigen Moment genießen und ihn nicht mit Worten vorzeitig beenden.
Taréy hatte beschlossen, dass er mit Rakocz zu seinem Lieblingsplatz in der Eisdiele gehen wollte. Zum Glück war der Platz frei, da die meisten Leute ihr Eis lieber mitnahmen und nicht die Zeit hatten das Eis in Ruhe und im Sitzen zu essen. Pech für sie, denn dieser Platz war wirklich schön. Das Grün, das alle überdachte, die sich in die kleine Gartenlaube setzten, die Blumen, die sie umringten, waren ein kleines Paradies. Mit einem zufriedenen Seufzen setzte sich Taréy auf einen der beiden weißen Stühle und blickte Rakocz an. Was dieser daraufhin allerdings sagte, brachte ein Lächeln auf dem Gesicht des Größeren zustande.

"Hättest du mich weggestoßen, als ich deine Hand genommen habe, mich vielleicht sogar angefahren, was ich mir eigentlich erlaube, oder einfach nur irgendein Zeichen des Ekels oder Abschaums von dir gekommen wäre, dann wäre es mit Sicherheit auch kein Date geworden. Wenn du allerdings selig vor dich hinlächelst, wie kann ich dann etwas anderes denken als, dass es dir gefällt was ich tue?"


Ja, er hatte Rakocz versprochen, dass sie beide sich nur zu einem Treffen unter Freunden trafen. Aber wie konnte Taréy einem so unschuldigen Jungen widerstehen, der scheinbar nicht einmal wusste, wie anziehend ihn diese Tatsache für ihn machte. Außerdem ... wären sie nicht mit verschlungenen Händen hier hereingekommen, dann wäre es doch nicht mal ein klassisches Date gewesen, oder? Im Grunde gab es also gar keinen Grund, dass Rakocz böse auf ihn wurde. Deshalb antwortete Taréy Rakocz auch genau das, was er dachte.

"Ich hatte nicht die Intention dich zu einem Date auszuführen. Es ist genau da zu solch einem geworden, als du meine Hand nicht mehr losgelassen hast."

Mit einem selbstzufriedenen Lächeln wandte er sich schließlich der Karte zu, die gebracht worden war. Er studierte diese aufmerksam, obwohl er schon längst wusste, was er sich bestellen wollte. So hatte er allerdings die Möglichkeit seine Gedanken schweifen zu lassen, ohne vor Rakocz komisch zu wirken, wenn er gedankenlos auf einen imaginären Punkt starrte. Als der Kleinere dann jedoch wieder sprach, sah Taréy ihn schief an. Er hatte sich eigentlich gedacht, dass er Rakocz auf dieses Eis einladen würde, aber anscheinend hatte er seine Gedanken diesbezüglich noch gar nicht ausgesprochen. Dass diese Geste Taréys ihr Treffen nun irgendwie vollends zu einem Date machte, war ihm bei seiner Planung allerdings nur halb bewusst gewesen.

"Glaubst du wirklich, dass ich dich dein Eis selbst bezahlen lasse? Für wen hältst du mich denn? Natürlich würde ich dir das Geld leihen, würdest du es brauchen. Tust du allerdings nicht, weil ich dich einlade."

Mit diesen Worten war das Thema für Taréy geklärt und er bestellte ihre beiden Eisbecher, als gleich darauf die Bedienung wieder erschien. Einen Erdbeerbecher für Rakocz und einen Schoko-Caramelbecher für Taréy.
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04.03.18 9:45

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"Hättest du mich weggestoßen, als ich deine Hand genommen habe..."

Ja, weshalb hatte er es nicht getan? Es wäre nur allzu logisch gewesen, und dennoch hatte er sich... doch, er hatte sich etwas dabei gedacht, war nur deshalb so nervös gewesen und hatte auch nur aus diesem Grund so sehr auf die abwertenden Blicke um sie herum irritiert reagiert, und dennoch hatte er nicht anders gekonnt, hatte sich nicht getraut, aus Angst, den Älteren zu verletzen, wenn er ihn von sich stieß. Doch weshalb war ihm das so wichtig? Er.. er kannte Taréy doch noch gar nicht!

"...dann wäre es mit Sicherheit auch kein Date geworden. Wenn du allerdings selig vor dich hinlächelst, wie kann ich dann etwas anderes denken als, dass es dir gefällt was ich tue?"


Überfordert biss er sich auf die Lippen, wusste nicht, was er darauf sagen sollte, denn ja, einerseits gefiel es ihm.. und andererseits.. durfte es nicht sein! Auch, wenn es Menschen gab, die sie süß fanden, wie dieses Mädchen lauthals verkündet hatte, schienen sie selten zu sein, begegnete ihm doch immer Abneigung, wenn er doch etwas verlauten ließ, was auch nur ansatzweise in diese Richtung gehen könnte.
Doch lächelte er wirklich selig vor sich hin? Hatte er wirklich... einen solch verträumten Ausdruck auf dem Antlitz getragen, es der gesamten Welt gezeigt - allen voran Taréy, der sich auch noch einen Reim darauf machen konnte? Er... er wollte nicht wieder so herumlaufen! Lieber wollte er nicht mehr lächeln, als seine Gefühlswelt so nach außen preis zu geben, besonders, da es sich noch immer nicht richtig anfühlte, ihn verunsicherte und verstörte, vor allem, weil ihm bewusst war, dass er sich Taréy hingeben würde, dieser alles von ihm nehmen durfte... zumindest, wenn es nach seinem tiefsten Inneren ging. Doch das.. das wollte er sich selbst nicht erlauben, und schon nach so kurzer Zeit kämpften aus diesem Grunde Herz und Verstand gegeneinander - und noch, da war das Herz der Verlierer. Einen Verlierer würde es in dieser Sache aber wohl immer geben.

"Es ist genau da zu solch einem geworden, als du meine Hand nicht mehr losgelassen hast."


Es war ein unwilliges Kopfschütteln, das auf diese Worte folgte, gepaart mit einem verzweifelten Blick. Er wollte kein Date! Wirklich nicht! Und er wollte auch nicht, dass Taréy es so nannte, wollte nicht, dass dieses Treffen Folgen hatte, die er - oder sie beide? - niemals beabsichtigt hatten. Nein, er wollte einfach, dass es ein Treffen unter Freunden war. Unter seltsamen Freunden, kannte er doch niemanden, der mit einem anderen Kerl Eis essen ging, dazuhin noch alleine, ohne Begleitung von Mädchen oder anderen Jungs. Aber es.. es durfte kein Date sein!
.... doch darauf achtete man scheinbar nicht. Nein, stattdessen lud man ihn auch noch ein, besiegelte damit das Schicksal, dass es eben doch ein Date war, irgendwie. Ungeplant, zumindest von Rakocz, und auch irgendwie ungewollt, weshalb der Jüngere noch immer nicht wirklich glücklich aussah, nur ein resigniertes Seufzen verlauten ließ. Was sollte er auch anderes tun als sich zu fügen? Bestellt war ihr Eis schon, er konnte es also schlecht wieder abbestellen - und einfach gehen, das konnte er doch auch nicht, oder?
Wieder wurde nervös auf der Lippe herumgekaut. Ganz wund machte er sie damit, doch er konnte nicht anders, dachte gar nicht darüber nach, und erst, als das Eis vor seiner Nase platziert wurde, schien er wieder zum Leben zu erwachen, obwohl diese Starre nicht lange angehalten hatte. Ein vorsichtiges Lächeln spielte um seine Lippen, als er mit einem leisen "Danke" zu der Bedienung aufsah. Unsicher huschten die blauen Augen anschließend über Taréy, die Lippen öffneten sich zögernd. "Auch.. auch an dich. Da-da-danke.. f-für.. für da-das E-e-eis", murmelte er letztlich, schob anschließend den ersten Löffel des köstlichen Eises zwischen seine Lippen.
Schweigend aß er, schien jeden einzelnen Löffel zu genießen, dabei schon fast zu vergessen, was ihm so viele Sorgen bereitete - und schließlich lud er ein wenig Eis auf seinen Löffel. Fast schon mit zu viel Schwung hielt er ihn Taréy hin, hatte gar nicht darüber nachgedacht, was er da tat, und fragte: "Magst.. du probieren?" Schon kurz nach der Frage allerdings machte sich Erschrecken auf seinem Gesicht breit, die Augen wurden abgewandt, und der Ellenbogen sank langsam auf den Tisch, während die Hand unsicher zu zittern begann. Was.. was tat er da eigentlich?

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04.03.18 9:47

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Mit einem Mal änderte sich die Stimmung merklich. Die Harmonie wurde nun gestört durch eine Unruhe, die Rakocz beherrschte und nicht mehr loszulassen schien, mit jeder verstreichenden Minute scheinbar mehr von ihm in ihren Besitz nahm. Der Kleinere sah unruhig umher, einmal zum Park, dann zum Eingang der Eisdiele, dann wiederum auf die Rosen neben ihnen. Doch er mied Taréy, wollte dessen Blick wohl entkommen, als er bemerkte, dass Rakocz sich unwohl zu fühlen begann. Als der Größere dann doch einen kurzen Blick in die Augen seines Gegenübers erhaschen konnte, begann er zu bereuen, dass er so schnell so weit gegangen war. Seine Handlungen hatten Rakocz komplett überfordert, hatten ihn aufgewühlt und ihn erschüttert. Sein Verstand schien damit zu kämpfen, was er gefühlt hatte, für diese kurzen Augenblicke im Park. Es überforderte ihn, denn er wusste nicht damit umzugehen. Taréy beobachtete den anderen weiterhin, versuchte herauszufinden wie sehr diese nachmittägliche Begegnung Rakocz aufgewühlt hatte. Zur Zeit schien es schlecht um ihn zu stehen. Ohne noch ein Wort zu sagen aß Taréy schließlich sein Eis und grübelte. Er konnte die versteckten Gefühle Rakocz' wohl nur deswegen wahrnehmen, weil er mit der Zeit ein ausgesprochen genauer Beobachter geworden war. Der Verlust seiner Erinnerungen schienen also doch für etwas Nutze gewesen zu sein. Immerhin hatte er sich kurz nach diesem Ereignis erst wieder vollkommen neu in diese Welt einfinden müssen. Und da war gutes Beobachten sicherlich sehr hilfreich.

In Gedanken versunken löffelte er sein Eis weiter, versuchte sich zu entscheiden, was er jetzt tun sollte. Auf der einen Seite war da ein Weg, der ihm nicht sonderlich gefiel. Auf der anderen einer, der seinen Wünschen noch weniger entsprach, jedoch vielleicht wieder etwas Ruhe in die Situation bringen könnte. Allerdings würde sein Gegenüber wohl nicht sehr erfreut sein, im ersten Moment. Welches Übel war also das größere? Denn das galt es auf alle Fälle zu vermeiden.
Als er selbst sein Eis aufgegessen hatte, tauchte er wieder aus seinen Gedankengängen auf. Zwar schien Rakocz sich wieder etwas beruhigt zu haben, doch sicherlich nur oberflächlich. Mit einem Seufzen entschied er sich seinen gedanklichen Plan in die Tat umzusetzen. Doch er kam nicht einmal dazu. Rakocz streckte ihm seinen Löffel entgegen und fragte ihn ernsthaft stotternd, ob er denn nicht probieren wolle. Was auch immer Taréy bis eben zu tun geplant hatte, auf einmal schien alles in seinem Gehirn einer Leere zu weichen. Eine Leere, die er sich selbst nicht erklären konnte. War er glücklich darüber, dass Rakocz anscheinend seine Zweifel beiseite gelegt hatte? Oder kam es davon, dass ihn diese Handlung komplett unvorbereitet getroffen hatte? Was auch immer es auch war, führte beinahe dazu, dass Taréy das Angebot seines Gegenübers annahm. Er lehnte sich schon ein bisschen vor, doch stoppte er, als er das Zittern in den Händen Rakocz' sah. 'Warum will er mich probieren lassen, wenn er insgeheim Angst hat, wie ich darauf reagieren würde, wenn er nicht will, dass ich erneut Dinge mit ihm anstellen könnte, die er nicht versteht und die er scheinbar nicht zulassen will?' Es war Taréy ein Rätsel, wie jemand so widersprüchlich handeln konnte. Rakocz' Taten waren genau das Gegenteil von dem, was Taréy in dessen Gesicht lesen konnte.
Mit einem minimal traurigen Lächeln stand Taréy auf und schob Rakocz' Löffel sacht beiseite. Äußerlich gab er den unerschütterlichen jungen Lord, der er laut vieler Dokumente im Haus seiner Eltern - oder wohl eher jetzt seinem Haus - war. Doch innerlich zerrüttelte ihn das Bedauern und die Wut auf sich selbst. Er war mal wieder so egoistisch gewesen nur an sich selbst zu denken, was ihm gefallen würde und wie er Rakocz am besten von seinen Wünschen überzeugen konnte. Nicht einen Gedanken hatte er benutzt um mal darüber nachzudenken, wie sich Rakocz fühlen musste, überwältigt von so vielen Gefühlen und Gedanken, die er bis vor kurzem wohl noch nicht einmal gekannt hatte, hatte Rakocz doch selbst gesagt, dass er noch nie mit irgendjemandem ausgegangen war. Und wenn er noch kein Date gehabt hatte, dann hatte ihn wohl auch noch nie jemand geküsst. Und dann kam er selbst - Taréy - mit seinem Berg voll Erfahrung auf ihn zugestürmt und begann ihn mit solcher Unnachgibigkeit zu betören, dass er nichts anderes mehr konnte, als sich zu fügen, es über sich ergehen zu lassen. Taréy wollte seinen Kopf gegen eine Wand schlagen um sich selbst daran zu erinnern, dass es nicht nur ihn selbst auf dieser Welt gab. Genau aus diesem Anlass heraus tat er schließlich das, was er schon in seinem Kopf geplant hatte. Er nahm das Geld für die Eisbecher aus seiner Hosentasche - inklusive großzügigem Trinkgelds - und legte es auf den Tisch, beschwerte die Scheine mit dem Eisbecher, damit sie nicht von einem Windstoß erfasst und fortgeweht werden konnten. Dann ging er noch einige Schritte zu Rakocz hin und sah ihn lange an, schwieg dabei jedoch noch.

"Ich werde gehen. Verzeih mir meine ungestümes Benehmen und mein gedankenloses Handeln dir gegenüber. Ich hätte deine Gefühle an erste Stelle setzen sollen und nicht meine Wünsche, mein Verlangen."

Mit den letzten Worten drückte er ungewollte aus, wie sehr er Rakocz begehrte, jetzt noch mehr als vorhin, war er doch mit einem Mal weiter entfernt als er es sich je gedacht hätte.

"Ich werde dich in Ruhe lassen, damit du nachdenken kannst. Fühl dich frei mich zu hassen dafür, dass ich dir meine Wünsche und meinen Willen beinahe aufgezwängt habe."

Er hoffte, dass Rakocz verstehen würde, dass er die Eisdiele jetzt nur deswegen verließ, weil er dem Kleineren die Chance geben wollte, sich wieder klar über dessen Gefühle zu werden. Er wollte nicht, dass Rakocz böse auf ihn wurde, weil er ihn hier alleine ließ. Das war mit Sicherheit nicht seine Absicht. War dies auch bei dem anderen so angekommen? Oder verstand er nicht, was jetzt in Taréy gefahren war und war entrüstet darüber, dass er mit einem Schlag ganz anders wirkte? Mit einem letzten Blick auf den Kleineren ging Taréy schließlich zum Ausgang der Eisdiele und verschwand nach draußen. Er war sich sicher, dass Rakocz ihn beobachtete, als er den gleichen Weg zurückging, den sie beide gekommen waren, durch den Park. Doch vielleicht bildete sich Taréy auch nur ein, die Blicke Rakocz' auf sich zu spüren.



Erschöpft, allerdings immer noch wütend kam er schließlich auf der anderen Seite des Parks an. Er war weder gerannt noch hatte seinen Zorn sonst irgendwie der Außenwelt gezeigt. Er musste ihn zurückhalten, wusste er doch nicht, was er tun würde, wäre er erst einmal in Rage, mit dem Schleier aus weißem Feuer vor seinen Augen.
Sogar der Himmel schien sich gegen ihn gewandt zu haben. Der Sonnenschein, der vor einiger Zeit noch geherrscht hatte, war einer dunklen Wolkendecke gewichen und schon begannen einige Tropfen ihren Weg zu Boden zu finden. Nicht einmal der Himmel wollte versuchen ihn mit Sonnenstrahlen etwas aufzuheitern, zu beruhigen.
Mit minimal bebendem Brustkorb, blieb er stehen. Sollte er den ganzen Weg zu Fuß zu sich nach Hause laufen? Wäre vielleicht ganz gut, denn so könnte er seinen Ärger zumindest etwas abbauen. Er wusste nicht einmal woher dieser unbezwingbare Groll jetzt kam. Ein so großes Vergehen war es jetzt auch nicht, was er Rakocz angetan hatte. Vielleicht hatte sich nur zu viel Wut angestaut. Weitere Wut auf sich selbst, auf sein Gehirn, das ihn immer noch im Stich ließ, auf den Nebel, der seine Erinnerungen umwaberte und nicht zu lichten war. Auf seine Eltern, die einfach NICHT MEHR DA WAREN. Allerdings auch irgendwie auf Rakocz selbst. Wie konnte dieser nur so unwahrscheinlich gut aussehen, ein so unschuldiges Verhalten an den Tag legen, das beinahe danach schrie endlich einmal befleckt zu werden.
Taréy schloss seine Augen und bedeckte diese mit seiner linken Hand. Eine einzelne Träne rann ihm die Wange herab. Eine Träne, geboren aus der Wut, die immer stärker wurde und ihn zu verschlingen drohte. Er hatte das letzte Jahr über gedacht, dass alles in Ordnung wäre, mit ihm. Doch insgeheim hatte er es immer nur gehofft, hatte den Tag an dem seine konstruierte heile Welt zusammenbrechen würde nur weit von sich geschoben, mit dem Wissen, dass dieser Tag dennoch irgendwann kommen würde.

In seinen Gedanken versunken bemerkte er nicht einmal, dass jemand zu ihm trat, die Stirn runzelte. Taréy musste einen erschreckenden, allerdings gleichzeitig auch einen irrwitzigen Anblick geben. Der immerzu makellose Lord, der sonst so bemüht war, sein Image zu bewahren war nur noch ein Schatten seiner selbst. "Hey ... was ist passiert?" Mit einem erschrockenen Schnaufen schoss Taréys Blick vom Boden hoch nach oben, direkt in das Gesicht des Menschen, den er heute morgen noch so verflucht hatte. Doch gerade jetzt schien er der perfekte Ausweg für seine Situation. Finn. Er war hier und jetzt genau das, was sich Taréy wünschte. Ablenkung, Vergessen.
Taréy versuchte seine Maske der heilen Welt so gut wie möglich zu flicken, zumindest soweit, dass Finn nicht allzu viel in seinem Gesicht lesen konnte. Dann setzte er ein laszives Lächeln auf und schlang seine Arme locker um Finns Nacken.

"Es ist nichts. Komm mit, lass uns Spaß haben!"

Mit diesen Worten zog Taréy den Blonden Jungen hinter sich her, in Richtung seines Hauses, oder sollte er lieber sagen seiner Villa? Seit seine Eltern auf mysteriöse Weise verschwunden waren - oder auf eher unmysteriöse, Taréy konnte sich ja nicht daran erinnern was passiert war - gehörte die Villa, die auf einem Hügel erbaut war, ihm. Er war der einzige Erbe, es gab also keine Streitigkeiten wegen dem Grundstück oder dem Geld seiner Eltern. Man hatte angenommen, sie wären tot und hatte so ihr Testament enthüllt und ihm deren Vermächtnis offenbart. Das war zumindest das, was ihm sein Butler erzählt hatte.
Während dem Gehen nahm er sein Handy aus der Tasche und wählte die Nummer seines Butlers. Er würde Taréy und Finn nach Hause bringen, das ging schneller als zu Fuß zu laufen. Finn wirkte anfangs ziemlich überrumpelt, immerhin versuchte er seit mindestens einem halben Jahr Taréy rumzukriegen und für sich zu gewinnen. Und jetzt wollte ihn einfach so mit in seine Villa nehmen? Allerdings lösten sich diese Gedanken schnell in Luft auf, als er die Finger Taréys auf seiner Haut fühlen konnte. Seine bestimmenden Hände, die ihn hinter sich herzogen und hin und wieder ungeduldig trommelten. Mittlerweile tropften immer mehr Regentropfen zu Boden und die Intensität nahm stetig zu. Innerhalb einer Minute waren sie beide so nass, dass ihnen das Wasser über die Gesichter lief.
Nach einer letzten Kurve, am Rand der Straße, blieb Taréy schließlich stehen. Er schlang seine Arme erneut um Finns Nacken und kam nahe an ihn heran, sog seinen Geruch ein, betrachtete die zehn Zentimeter langen, blonden Haare. Dann allerdings hielt er sich nicht mehr zurück und küsste den anderen. Hungrig und voller Verlangen war dieser Kuss, kein bisschen vorsichtig und liebevoll wie der, den er Rakocz am Vortag geschenkt hatte um Finn eifersüchtig zu machen. Finns Zunge schob sich kurz darauf in Taréys Mund, umkreiste sie und bestritt mit ihr einen Kampf, in dem wohl Finn die Oberhand erhielt. Er drängte den Blauhaarigen näher an sich heran und schlang die Arme um ihn. Die beiden wurden allerdings von einem lauten Hupen unterbrochen. Der Butler stieg aus und gab den beiden mit einer unmissverständlichen Geste zu verstehen, dass sie ihre Tätigkeit lieber zuhause fortführen sollten, oder zumindest im Auto.
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04.03.18 9:52

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Es war wirklich verwirrend, wenn die eigenen Taten nicht mit dem übereinstimmten, was man fühlte. Beziehungsweise was man fühlen wollte, was der Verstand einem sagte. Diese Geste, das Hinstrecken des letzten Löffels, es war reine Intuition gewesen, ohne darüber nachzudenken. Die Zweifel aber, sie kamen erst mit eben jener Tätigkeit, ließen Rakocz schließlich den Atem anhalten, als er aus den Augenwinkeln sah, dass Taréy sich ihm entgegenlehnte, scheinbar gewillt, die süße Leckerei in Empfang zu nehmen. Mit seinen verführerischen Lippen, die sich sicherlich lasziv um den Löffel schließen würden. Und er konnte sich nicht einmal sicher sein, ob der Ältere das mit Absicht tat, oder ob es einfach in seiner Art lag, sich so zu bewegen, ihn damit immer wieder zu reizen, ihn durcheinander zu bringen.
Pure Irritation war es, die Taréy entgegenschlagen musste, als er in der langsamen Bewegung innehielt, stattdessen aufstand, mit einem Mal traurig wirkte. Selbst das vorsichtige Wegschieben des Löffels verwirrte ihn, so sehr, dass er das inzwischen angewärmte Metall beinahe fallen ließ, es nur noch im letzten Moment in seinen Eisbecher fallen lassen konnte. Das Klirren, das dadurch erklang, ließ ihn zusammenzucken, doch vielleicht war es auch, weil der Ältere das Geld unter den Eisbecher klemmte, damit verhinderte, dass es wegwehte - und ihn dann ansah, lange und intensiv. Nervös huschten Rakocz Augen umher, doch letztlich blieb sein Blick an den moosgrünen Iriden haften, stattdessen war es nun wieder die Lippe, die malträtiert wurde.


"Ich hätte deine Gefühle an erste Stelle setzen sollen"

Was... was meinte er damit?
Fassungslos starrte Rakocz ihn an, wusste nicht, was er von den Worten halten sollte, schluckte.. schluckte abermals.. und erneut, doch kein Wort kam über seine Lippen, keine Silber, kein Laut, der seine Bestürzung verriet. Natürlich, es war nett, dass der Ältere nun einen Rückzieher machte, ihm Zeit lassen wollte, wie seine nächsten Worte erklärten, doch gleichzeitig.. gleichzeitig, da löste es einen Stich in seinem Herzen aus, der schmerzte, so sehr, dass er nicht wusste, was er davon halten sollte. Langsam stiegen ihm die Tränen in die Augen, ohne, dass er sagen konnte, weshalb. Verletzte es ihn tatsächlich so sehr, dass Taréy dieses Treffen, das er - in dieser Art und Weise - nicht gewollt hatte, einfach auflöste? Erneut, ohne ihn nach seinen Wünschen zu fragen? Doch...er wusste noch nicht einmal, was er wollte, wusste nur, dass er Angst hatte - Angst vor seinen Gefühlen, Angst vor dem Unbekannten, das auf ihn wartete, in Form des Älteren schon auf ihn zugekommen war.
Tatenlos sah er zu, wie Taréy sich umdrehte, davon ging, mit festen Schritten. Er war seiner Sache also.. wirklich sicher? Wie.. wie sollte... Nein, er konnte doch...
.. ohne darüber nachzudenken, setzte er sich langsam in Bewegung, folgte dem Größeren, langsam, doch so, dass er ihn immer im Blick behalten konnte - und schließlich, da verfiel er sogar in einen kurzen Trab, rief leise nach Taréy... doch dieser schien ihn nicht zu hören, ging einfach weiter. Oder ignorierte er ihn?
Verwirrt blieb Rakocz stehen, fuhr sich mit der Hand durch sein Gesicht, nur, um dann mit den Fingern in die Haare zu gleiten, sie zu durchfahren, damit die innere Zerrissenheit deutlich machend. Er wusste doch selbst nicht, was er wollte!
Passend zu dem Chaos, das sich in ihm aufstaute, begann es nun auch noch zu tröpfeln, benetzte seine Haut, und als ein Tropfen sein Gesicht traf, da breitete sich ein trauriges Lächeln auf seinen Zügen aus. So würde man immerhin nicht sehen, dass er geweint hatte, es sogar noch immer tat, wenn auch lautlos, ohne Schluchzer - nur sein Körper bebte, immer wieder. Zum Glück waren die meisten Menschen verschwunden, hatten sich in ihre sicheren Häuser verzogen, saßen nun vermutlich gemütlich auf dem Sofa, tranken Bier oder Wein und sahen Fern. Anstatt sich jedoch in diese Gruppe mit einzugliedern, folgte er dem Weg, den Taréy genommen hatte, entdeckte ihn letztlich wieder, für einen winzigen Moment, ehe er abbog, hinter einer Ecke verschwand, die er vorhin gar nicht aktiv wahrgenommen hatte. Während er diesen Weg entlang ging, versiegten die Tränen allmählich, wichen der Gewissheit, dass er zwar nicht wusste, was das für seltsame Gefühle gegenüber dem Älteren waren, dass er aber mit Sicherheit sagen konnte, dass er ihn mochte, irgendwie, und selbst nach dieser kurzen Zeit nicht wollte, dass sie so auseinander gingen.
Die Schritte, die er nun nach vorn machte, wirkten sicherer, entschlossener. Und er wusste tatsächlich irgendwie, was er wollte: wissen, was das für ein seltsames Gefühl war, weshalb es für einen Moment so sehr in seiner Brust geschmerzt hatte, als der andere einfach gegangen war - und diese Antworten, die würde er nur von einem einzigen Menschen bekommen können.
Die Hecke verschwand, offenbarte eine nächste Biegung, am Rande des Parks. Wie angewurzelt blieb Rakocz stehen, als er das Bild sah, das sich ihm bot. Schmerz sammelte sich in seiner Brust, gepaart mit tiefer Enttäuschung, ehe er langsam den Kopf schüttelte, spürte, wie dadurch einzelne Tropfen aus seinen Haaren auf seine Haut perlten, den Nacken hinab liefen, ihm Schauer über den Rücken jagten, bei denen er nicht wusste, ob sie wirklich vom Wasser herrührten.

Weshalb.. stellte der Ältere seine Welt so sehr auf den Kopf, wenn er doch jemanden hatte, der ihm das geben konnte, was er sich scheinbar von ihm erhoffte?
Aufs tiefste verletzt und enttäuscht, auch von sich selbst, dass er es nicht erkannt hatte, drehte er sich um. Kraftlos waren die Schritte nun, die ihn durch den Regen trugen, die Schultern hingen trostlos hinab, und als er schließlich nach einer langen Wanderung nach Hause kam, konnte ihn weder seine besorgte Mutter noch die warme Dusche aufheitern, ehe er sich mit einer Wärmflasche ins Bett verzog und einfach nur noch existierte, während die Gedanken nur so in seinem Kopf umherrasten, keine Ruhe gaben, und ihn vor allem nicht vor den Bildern schützte, die er nie hatte sehen wollen.


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